Montag, 20. Februar 2017

Carbo und Loading und Happiness


Nachdem ich die letzten Wochen beim Carboloading mit Sebi sowas von mitgefiebert habe, muss dies natürlich irgendwie wieder abtrainiert werden. Dafür gab' es in der letzten Zeit vermehrt Suppen und Proteinreiche Aufstriche; Etwas Low Carb schadet nie - wenn man vernünftig auf Fett- und Eiweißzufuhr achtet. Ich bin eher ein Verfechter der Alles-Esser-Fraktion (Nährstoffbezogen, Fleisch geht mich nichts mehr an ;) ) und finde nicht dass es zielführend ist gänzlich auf Makronährstoffe zu verzichten. Klar ist was dran an Weizenwampe und Weißmehlverteufelung, Vollkornprodukte sind bei der Wahl der Nudeln, Reis, Brot  und anderen Getreideprodukten immer die bessere Alternative.. Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll gänzlich darauf zu verzichten, sicher ist es im Rahmen einer Ernährungsumstellung zunächst hilfreich aber trotzdem sollte man später wieder ein paar Carb's in die Ernährung einbauen.

Vorallem im Ausdauersport würde ich sogar die Nudel bei so mancher Pasta-Party Heilig sprechen :)


Zur Weizen- oder Mehlwampe führt es aber wenn man sich unüberlegt Nudeln, Weissbrot und Müsli einverleibt ohne diese wieder zu verbrennen! Es gilt daher BEWEGUNG. Günstig sind alle 72h und minimum 30-60 Minuten dauernde körperliche Betätigung (gerne schweißtreibend) sodass der Stoffwechsel etwas zu tun hat und nicht einschläft.

Ohne Schweiß kein Preis!


Mein Tagelanger möchtegern Ultraläufer Ernährungsstil musste nun natürlich mal wieder meiner Nicht-Ultrakarriere angepasst werden. Meine Glycogenspeicher wanderten dahin wo auch sonst keine Hingehören.
Meine Rezepte und Bilder zu den einzelnen Leckereien der letzten Wochen findet Ihr hier.






Kichererbsen-Curry-Aufstrich


Damit reichte es dann auch erst mal und ich führte wieder Reis, Nudeln, Kartoffel und Co. ein, zwar in gedrosselter Form (mal abgewogen ;) ) aber ohne geht bei mir einfach nicht. Meine längeren Läufe der letzten Woche müssen ja auch genährt werden. Dabei gab' es dann diese Köstlichkeiten :)




So waren mehrere Tage abgedeckt und natürlich rollen wir hier nicht jeden Tag die Kochtöpfe aus, bei uns gibts auch mal nur Brot und Belag. Wir sind auch nur Menschen und liegen (mal kurz) faul auf der Couch herum ;) Was Ihr bei den obigen Rezepten sehen könnt ist der nicht vorhandene Fleischanteil! Seit neugierig, seit mutig und probiert mal aus. Ein vegetarisches Probeessen hat noch niemand umgebracht. Teilweise kann man selbstverständlich auch kleinere Anteile Fleisch in die einzelnen Gerichte einbauen. Solls ja geben ;)



Vielleicht schmeckt euch dass eine oder andere, somit hätte ich wieder was für mich persönlich erreicht.
Meine Speicher sind nun wieder im normalen Bereich und das war gut so. Letzte Woche musste ja noch ein Geburtstag gefeiert werden - in Nürnberg. Urlaub bedeutet in meinem Kopf automatisch grenzenloses Essen - deshalb nutzte ich diese Gelegenheit und schleifte unsere kleine Familie via Auto dahin. Sonne satt aber eisig kalt liefen wir durch Nürnbergs wunderschöne Altstadt, entlang am Wöhrder See und dem Südstadtpark. Um nur einige Unternehmungen zu nennen. Kulinarisch hielten wir uns an den zwei Abenden in vegan/vegetarischen Restaurants auf die ich nur wärmstens Empfehlen kann ("Chesmu" und "The Tasty Leaf").  Beidermale war unser Hund willkommen, bekam Leckerli und einen Wassernapf. Streicheleinheiten des Besitzers inclusive. Manche wissen nunmal wie man Hundehalter glücklich macht. Sogar ein Pelzverbotschild für Menschen war an der Tür. Das fand ich Klasse.

Gestern habe ich mich dann endlich mal wieder selbst überrascht, die ganze Woche über fühlte ich mich schon fit. Zwar waren die Dienste mal wieder ein Horror schlecht hin aber irgendwie habe ich es wieder weggesteckt und war mir sicher diesen Sonntag könnte ich einen langen Lauf machen. Ich schaute dann online umher und entdeckte den Halbmarathon in Mörfelden-Walldorf, bei dem ich mich dann letzten Mittwoch noch anmeldete und los gings auch schon. Ich war super nervös, quatsch - ich hatte kurz davor als ich den Start/Ziel-Bereich sah sogar echt Angst.. zu lange war es her dass ich einen Wettkampf über die 10er Distanz hinaus gemacht hatte, vor lauter Fuß, vor lauter Enttäuschung. Sebi sagte zu mir, stell dir doch einfach vor dass ist ein ganz normaler Trainingslauf. Irgendwie hat es mich beruhigt und ich stellte mich wie gewohnt schön weit hinten hin um niemandem im Weg zu stehen ( ist angeboren ;)) und lief beim Startschuss (gab' es überhaupt einen?? ich war in Trance) los.. Die erste Hälfte war ich noch recht vorsichtig und machte lieber schön gemütlich meine 6:30er Pace und vll auch manchmal langsamer oder schneller.. Meine Puddingbeine trieben mich auf dem weichen Waldboden zunächst fast in den Wahnsinn aber zusammen mit einer Truppe Menschen die eine ähnliche Geschwindigkeit hatten wie ich trabte ich voran. Jetzt war ich schließlich extra dahin gefahren und scheitern war jetzt keine Option mehr.. Die erste Hälfte dann in 01:07 hatte ich herumgebracht und ich fühlte mich sooooo gut, kein ekliges Stechen in den Füßen, keine müden Beine, alles war so gut irgendwie, also dachte ich SCHNELLER.. und es ging so leicht, ich war im Flow, vertieft mit meiner Musik (die brauch' ich bei Läufen die nicht dicht besiedelt sind) wurde kein km mehr über 6:00 min./km gelaufen und ich war zwar angstrengt aber ich fühlte mich super dabei. Ich lief dann dem Ziel entgegen und war richtig froh, wenn ich ehrlich bin hätte ich länger gemusst, dass wäre auch drin gewesen. Ich bin froh dass ich es gewagt habe und nun neuen Mut geschöpft habe. Mein Hund der sich mittlerweile auf mehreren Laufveranstaltungen bewährt hatte, freute sich mich zusehen und begrüßte mich, und als mein Sebi dann auch noch sagte, meine Pacesteigerung sei vorbildlich gewesen, da ging mir das Herz auf. Ich wartete 1 Tag auf mein Zielfoto, aber leider ist keins erschienen, also zeig ich euch eins vor dem Lauf :) und während.




magic Sunday - Sunday is Runday 

Traut euch! Ich würde am liebsten meine Gefühle zerteilen, dass jeder was abbekommt, denn es ist so unbeschreiblich. Zieleinläufe sind magisch. Dann gab's Kuchen ;)

Eine schöne Woche wünsche ich euch 

Sonntag, 5. Februar 2017

Bequem-Sportler

Sport nach Gefühl


Nachdem ich noch immer total geflasht bin vom vorletzten Samstag an dem so viele Talente eine mega Kraft an den Tag gelegt haben und Ihr Ziel beim Rodgau 50km Ultramarathon erreicht haben, muss ich mich da nächstes Jahr auch anmelden. Mal sehen was rauskommt ;) Nachdem ich die letzten beiden Jahre immer wieder von hässlichen Sehnenentzündungen heimgesucht wurde, hoffe ich dieses Jahr auf Besserung und schmiede heimlich in meinem Kopf Pläne für dieses Laufjahr. Anmelden werde ich mich vorerst nicht. Die Läufe bei denen ich teilnehmen will sind nicht so populär dass ich Angst vor Ausverkauf der Startnummern haben muss. Sogar beim Frankfurt Marathon sind immer Nachmeldungen möglich, zwar für einen deutlichen Aufpreis aber bevor ich wieder von meinen vergangenen Traumata heimgesucht werde, lass ichs.. Mir geht es nicht unbedingt ums Geld. Die Anmeldungen für den Loch Ness oder auch den Luxemburg Marathon waren damals schon monatelang vorher getätigt und am Ende steh ich heulend da mit meiner Startnummer und kann nicht.. nicht einmal gehen hätte ich geschafft. Also habe ich mir mal diese Nachmeldungen als Hoffnungsschimmer gesetzt.



Wird schon ist meine devise, nur nicht aufgeben und immer dran bleiben. Heißt ja nicht umsonst "von nichts kommt nichts" und deshalb sportel ich fleißig vor mich hin um Verletzungen zu vermeiden und für weitere Kräftigungen meiner schwachen Bindegewebe zu sorgen.. Klingt gerade so leicht, dabei sind Kraft- und Stabilisationstraining schon irgendwie so ein Hassobjekt in meinem "Läuferleben", so habe ich mich gerade erst mit Mountain-Bike und Schwimmbad so richtig angefreundet. Es gehört zu meinen besonderen Kämpfen zuhause die Sportklamotten anzuziehen und dann aber nicht vor die Haustür zu gehen sondern in unserem Arbeitszimmer die Matte auszubreiten und loszulegen. Musik macht es erheblich leichter und wenn man mal angefangen hat geht's dann auch weiter aber erst mal diese Überwindung diese blöden Übungen durchzuziehen, die aber so wichtig sind.



Ich bin kein besonders großer Freund von Fitness-Studios muss ich zugeben aber ich verstehe den Sinn. Denn genau da liegt der Knackpunkt, man ist nicht alleine und man muss trotz Gerätetraining erst mal vor die Haustür gehen. Vor ein paar Wochen hat mich meine beste Freundin auf einen Test mitnehmen können in Ihr Studio in dass sie regelmäßig geht. Also da kann ich nur pure Bewunderung ausdrücken, dass sich die Menschen da so freiwillig aufmachen.. Ich war natürlich gleich mal Feuer und Flamme für das Laufband, hat es mir nicht sogar eine Animation von Sebi's nächsten Ultra im Thüringer Wald vorgezeigt. Total motiviert lief ich eine Stunde lang durch den Rennsteig und machte meine 10 km durch vorgegebene Pace mal wieder unter eine Stunde klar. Im Training bin ich eher der Wechselpace-Typ und eier so vor mich hin (5:50-7:00) - wie ich gerade lustig bin. Klar würden viele dann sogar von Nicht-Training sprechen aber so mag ich Laufen, so wie ich will.



Klar freu ich mich über gute Zeiten und PB's, hin und wieder kommt das bei mir ja auch mal vor. Trotzdem muss ich zugeben dass ich mir echt schwer tue so einen Plan in dem nicht nur Distanz (die kann ich ohne Probleme einhalten) sondern auch Geschwindigkeit vorgegeben ist durchzuziehen. Sobald ich was MUSS, habe ich irgendwie schlagartig nicht mehr so viel Freude. Nur wenns gerade läuft und ich gut drauf bin (10 km - Lauf in München 54:10 Min.) dann kann ich auch. Aber nur weil ich nicht musste.. denn ich hätte auch 63 Minuten laufen können.. Ich sehe selbst wie gut es ist wenn man Trainingspläne durchzieht und bewundere immer die Leistung anderer - besonders mein Sebi braucht es förmlich - diese Vorgabe, einen klaren Plan. Jeder ist nunmal anders und ich glaub ich bin gerne so. Wäre mir auch egal wie lange mein Marathon dauert, solange ich vor Zielschluss ankomme ;). Der Weg ist das Ziel. Jeder nach seinen Möglichkeiten ist auch so ein Satz von mir ;)

Man könnte also sagen ich bin so ein Bequem-Sportler, aber ich muss sagen, ich übe mich immerhin in Regelmäßigkeit und komme so auf mehrere Stunden pro Woche.


Als ich dann nach meiner Stunde Laufband im Fitness-Studio von meiner Freundin gefragt wurde ob ich noch an die Geräte wollte, war mir Schlagartig klar warum der Großteil dieser Menschen hierherkommt. Denn die meisten hier nutzten das Laufband eher zur Lockerung und zum Gehen zwischen den Krafteinheiten. Ich tat mir schwer, soooo schwer und ich hatte so ein schlechtes Gewissen, wollte meine Freundin mir doch Ihr Ding zeigen und ich bin so gar nicht damit warm geworden. Ich ließ mich dann in 2-4 Geräte einweisen und wurschtelte in Homöopathischen Dosen vor mich hin. NACHDEM ich in der Mädchen-Ecke (wird scheinbar so genannt) eine Matte vom vollgepackten Ständer nahm (scheinbar so ein No-Go im Studio) und Dehnübungen und etwas Yoga machte. Ich musste innerlich schon irgendwie grinsen, denn das machte ich ja nun fast täglich zuhause, wegen der Matte muss ich da wirklich nicht hin. Als ich damit fertig war und ich ausgiebig andere Menschen beim gesehen werden beobachtet habe ging ich zurück zu meiner Freundin die echt schon große Erfolge mit Ihrem Krafttraining erreicht hatte.



Ich war schon auch Stolz auf Sie, dass Sie da was gefunden hat, dass Ihr echt Spaß macht. Wenn man jemand fast 30 Jahre (dieses Jahr !!) kennt ist es immer schön wenn man erkennt wie Sich Freunde positiv verändern und glücklich werden. In einem anderen Post habe ich geschrieben dass sich oft die Spreu vom Weizen trennt, besonders bei Veränderungen im Leben.. Diese eine Person ist zu mir eher wie Pech und Schwefel. Schon immer - und dafür Danke ich Ihr.. Egal was wir machen, wie Dick oder wie Dünn wir beide in unserem Leben auch waren. Welche Partner, Freunde, Meinungen, Einstellungen oder Berufe wir haben und ich bin sicher haben werden - wir bleiben :)

Nicht ganz sicher bin ich ob Sie dies liest aber alle die es tun können derweil mal überlegen ob Sie diesen einen Menschen im Leben haben, den es gilt zu behalten (außer den Partner.. den geb ich bestimmt nicht mehr her <3) Das ist wohl das größte Training im Leben - darin bin ich ganz akribisch.
Vielleicht hat man diesen einen Menschen auch innerhalb der Familie, so muss ich sagen, wenn auch niemand von meiner Familie mit mir läuft, so kann ich doch immer auf sie zählen :) Keine Selbstverständlichkeit, wie ich heute weiß.

ich kuriere nun meinen kleinen Muskelkater aus und hoffe er wird sich morgen im Massagestudio verziehen.
Eine schöne Woche euch

Mittwoch, 1. Februar 2017

Schwere Knochen

Das kennt jeder.. :)

Diese ganzen netten Floskeln die man hört wenn es um Figur, Gewicht und Gene geht.



Oma sagt: "Du hast so schwere Knochen!". Meine hat das ständig zu mir gesagt, nicht das ich mich schlecht fühle während ich die selbstfrittierten Faschingskreppel mampfe. Oder - "Nein du bist nicht zu dick, nur zu klein". "Ich bin nicht dick, ich hab nur vorrausschauend gegessen!"."Ich bin nicht dick, nur etwas fluffig." Manchmal war vielleicht auch einfach die Kleidung mal wieder im Trockner.. ;) Es gibt viele solche Sätze. Versucht man es doch immer mit Humor wenn es um die Pfunde geht. Schließlich ist lachen die beste Medizin. Manchmal hört man Menschen in der Familie sagen: "Das liegt in den Genen!".. Das stimmt nur zum Teil, denn man hat vielleicht eine Neigung zu bestimmten Verhaltensmustern oder Körperformen. Man kann nicht beeinflussen an welchem Teil des Körpers man zu und abnimmt man kann aber Übergewicht immer verhindern, egal wie Eltern, Oma oder Opa oder sonst wer aussieht, den das gleiche Blut durchströmt.
Meine Lieblingsdozentin, bei der ich mich regelmäßig zu Fortbildungen eintrage (Themen wie Kommunikation, Stressbewältigung, Gesprächsführung, Krisenintervention sind so mein Ding. Kommt gleich nach Essen und Laufen ;)) sagt fast in jedem Vortrag den selben Satz!

 P= G x U -- Das heißt Persönlichkeit = Gene x Umwelt. 


Man hat nunmal seine Gene, die kann man auch nicht ändern, aber seine Umwelt trägt immer dazu bei wie sich unsere Gene auslegen. In welchem Umfeld bin ich? Mit welchen Menschen? Wie oben schon beschrieben ist der Körper in seiner Form bei jedem anders ausgeprägt, nicht umsonst gibt es die Weisheit das Männer Äpfeln und Frauen Birnen gleichen sollen. Dies gilt wohl für die Masse, denn natürlich gibt es auch Ausnahmen die komplett anders aussehen. Wenn man aber ab oder zunimmt legen die Gene fest wo dies geschieht. Man kann zwar mit Bauch-, Beine-, Potraining Muskeln aufbauen und Fettzellen verjagen, trotzdem wird unser Grundgerüst immer das gleiche bleiben.


In meiner Jugend war ich wohl noch nicht massiv übergewichtig aber doch schon etwas speckig. Meine Mutter sagte immer: "Ach, du wächst doch noch!" Klar bei 1,60m wuchs ich gerade noch 3cm.. ;)
"Du warst schon immer ein bisschen moppelig!" Beschwichtigungssätze wie diese kommen meist von den Menschen die uns am meisten Lieben. Aber gerade die sind es doch, die uns eigentlich ungehemmt auch die Wahrheit sagen müssen. Mit ca. 23 hat meine Mutter gesagt: "Trete mal auf die Bremse!". Metapher um Metapher geht das so, bis man da ist, wo es für einen selbst vielleicht nicht mehr weiter geht. Ich habe die Reissleine gezogen bevor ich die magische Marke von 100kg überschritten habe aber soviele oft junge Menschen kommen wohl nicht mehr ran an Ihre Reissleine.



Ein Ernährungstagebuch kann helfen. Egal in welcher Form wir schreiben, wenn man selbst den Stift in die Hand nimmt wirkt es doppelt so stark wie jede App die man mit einem Klick zuklappen kann. Mein Block den ich immer selbst mit Wochentagen, Wiegetag und Sporttagen versehe beschrifte ich selbst. Er liegt in der Küche - wer hätte es geahnt - ich denke der Ort an dem wir Essen zubereiten ist der beste an dem wir dies auch vermerken soltlen. Es gibt verschiedene Arten Ernährungstagebuch zu führen. Man kann es also selbst erstellen oder einfach jeden Beliebigen Kalender benutzen. Natürlich sollte er genügend Platz für alles haben was wir den ganzen Tag so essen. Auch Organisationen wie die "Deutsche Gesellschaft für Ernährung", der "AID" oder Die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" liefern schon vorgedruckte Exemplare und allerhand tolle Informationen teils auch gratis zum Thema gesunder Ernährung. Wer also nicht selbst basteln will kann sich natürlich eines kaufen oder ein Kalenderbuch benutzen. Jeden Tag aufzuschreiben was man isst und auch was getrunken wird hält uns spätestens nach einer Woche vor Augen was wir vielleicht schon längst wissen. Es ist zu viel, es ist das falsche, es ist zu unregelmäßig. Wenn man das durchgezogen hat, liegt es an jedem selbst den Schritt zu wagen zu seinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft oder auch einfach zu einem Freund zu gehen um sich Hilfe zu holen.

unser erster Lauf 2013 in Frankfurt, immer zusammen, immer zu zweit, das macht so manches leichter!

Um gesund und dauerhaft abzunehmen und sich ständig bei der Stange zu halten ist es natürlich schön wenn man den Weg nicht alleine gehen muss. Ein Coach kann diese Stütze sein, aber natürlich ist ein Angehöriger, Freund oder Partner mehr Wert. Ich habe viele Menschen kennengelernt die Ihr Gewicht dauerhaft reduzieren konnten, die meisten waren zu zweit. Wenn man diesen Schritt aus welchen Gründen auch immer alleine tun muss gilt es sich trotzdem jemanden anzuvertrauen um sich Unterstützung zu holen wenn es schwer wird. Mein Mann und ich haben zunächst alleine herumprobiert und uns durchgerungen, wir hatten uns und das hat gereicht. Als wir merkten dass unser Vorhaben klappt haben wir unsere Familie und Freunde eingweiht. Man wird oft eingeladen und schon taucht irgendwo das Leckerchen auf, dass wir die ganze Zeit gemieden haben. Meine Familie hat super reagiert. Teilweise wurde extra für uns fettarm gekocht oder Alternativen angeboten.



Das ist die eine Seite. Manchmal gibt es auch bei den Liebenden um uns herum echte Energieräuber. Menschen die uns so sehr lieben, so wie wir sind und auch unter allen Umständen nicht wollen dass wir uns verändern. Vor lauter Angst motivieren sie uns zum falsch essen und führen uns in eine völlig falsche Richtung. Meist haben diese Menschen selbst ein Problem zu dem Sie noch nicht durchgedrungen sind.
Nicht umsonst schreiben viele Leute über Ihren Kampf gegen die Kilos. Es ist ein Kampf, zwar nicht gegen Kilos aber gegen sich selbst und manchmal auch gegen die Umwelt. Man darf keine Angst vor Veränderung haben. Sie wird kommen und sie wird gutes bringen. Vielleicht wird sich auch Spreu vom Weizen trennen und man merkt am Ende dass nicht mehr alle Personen da sind die man die ganze Zeit im Leben um sich hatte. Ja, Schade ist das. Ich habe diese Erfahrung machen müssen und es war nicht schön. Man lernt dadurch aber die besonderen Menschen in seinem Leben schätzen und weiß letztendlich wer da ist wenn man nachts um drei jemand braucht. Man muss sich an Energiespender halten, an die die immer Motivation für einen übrig haben. Jeder kennt in seiner Umgebung beide Charaktere. Bei einschneidenden Erlebnissen, wie einer Gewichtsabnahme verändert sich auch immer unsere Persönlichkeit, denn wir entwickeln uns weiter und lernen dabei für uns etwas gutes zu tun. Wie ich schon geschrieben habe verändern sich nicht unsere Gene. Ich bin immer noch die gleiche harmoniebedürftige, sensible, nah am Wasser gebaute Person, wie früher. Meine Problemzonen haben sich nicht verändert. Vielleicht sind sie geschrumpft aber trotzdem noch ein Problem. Sind eben Gene :)




Es ist wichtig positive und negative Erfahrungen im Leben zu machen um festzustellen wie Stark man selbst ist. Gesunde Ernährung, gepaart mit Sport, trägt dazu bei, sodass wir uns selbst wieder wohlfühlen.Wir gewinnen die Kontrolle über das eigene Leben zurück und sorgen dafür dass wir anfangen wieder ehrlich zu uns selbst zu sein.

Gerade, nach einem ausführlichen Frühstück, trage ich dieses in mein Buch ein. Plane den kulinarischen Teil meines Tages und fühle mich gut dabei. Ein Ausflug gleich mit meinem Hund an der frischen Luft und anschließend eine nette Massage. Mein Programm für heute - vorerst. Ich stelle auch hin und wieder fest wie Schwer meine Knochen noch sind, besonders nach dem ich mit meinem Mann wieder ausgedehnte Pasta-Party's hinter mir habe. Er ist letzten Samstag mal wieder über sich hinaus gewachsen. Ist nun ein Ultra-Läufer und ich bin so stolz auf Ihn. Das schönste Gefühl dass man sich selbst Schenken kann ist selbstbewusst sein und an sich glauben.

Ich freue mich schon auf diese Woche, denn auch ich werde wieder meine Laufschuhe schnüren und meinen Rucksack packen. Longjog ist angesagt.. Nach dieser tollen Erfahrung letzten Samstag in Rodgau beim 50km Ultramarathon mit einem unendlichen Haufen toller Leute weiß ich gar nicht mehr wohin mit meiner Motivation. ;)

Montag, 23. Januar 2017

Kraft

Kraft


Ich habe schon immer gern geschrieben, Bücherweise Blankoseiten gefüllt. Man kann sich ausdrücken - egal wie - die Zeilen verzeihen jegliche Ungereimtheiten.


Mein Ernährungskurs ist nun zuende, ich bin Ernährungsberaterin. Was mach' ich nun damit? Schwer - so unendlich schwer. Mein Mann sagt: "Du kannst es doch nicht umsonst gemacht haben?" Da hat er recht. Umsonst war es nie. Für mich gilt Lebenslanges Lernen. Wer aufhört zu lernen, hört auf zu Leben.
Jobwechsel, Selbstständigkeit - viele Dinge schwirrten in der letzten Zeit in meinem Hirn aber letztendlich würde es meine Situation nur bedingt ändern, macht es den Pflegenotstand besser wenn alle gehen?
In diesem Zusammenhang komme ich auf Jahresvorsätze zu sprechen.. Wer hat einen? Habt Ihr Ihn immer noch? Ich hatte zunächst keinen - aber jetzt..


Man kann nicht einfach davon laufen! Das ist nun mein Vorsatz. Was bringt es der Pflege wenn wir kündigen, studieren, wechseln, oder sonst wie abhauen.. flüchten hilft nicht. Es führt nur dazu dass die Politik wie z.B. jetzt Manuela Schwesig verlauten lässt wie dankbar doch alle für die leisen Heldinnen und Helden des Alltags sind. Die Pflege muss LAUT werden. Wenn alle gehen, werden wir weiter die leisen sein, die niemand hört. Ich will nicht leise sein.
10 Jahre bin ich da, sage auch gerne, meine Station. Sie gehört mir nicht - aber die Erfahrungen die ich dort gesammelt habe - so viele wertvolle Dinge, die ich dort gelernt habe. Mein Wissen dass ich bis jetzt gewinnen konnte und die tollen Menschen die dort arbeiten sagen mir: Optimistisch bleiben - dran bleiben - nicht weglaufen. Stark bleiben, gesund bleiben und das machen was ich kann. Pflegen, behandeln, anleiten, verstehen, kommunizieren und manchmal auch streiten. Aus Streit entsteht was neues, meist etwas gutes.




Man lernt einen Beruf normalerweise weil man sich diesen aussucht, weil man überzeugt davon ist, dass dies das richtige ist. Ich muss zugeben ich habe abgeschaut. Meine Mutter ist auch Krankenschwester und irgendwie bin ich auch damit groß geworden, zwar habe ich auch Praktikum im Kindergarten gemacht aber die Wahrheit ist, ich wollte das machen was Mama so gut konnte. Ich war schon immer beeindruckt von Ihrer starken selbstbewussten Art alles irgendwie hinzukriegen. Stundenlang mit Bleistift und Radiergummi Dienstpläne zaubern..

(mein Amerika-Gen schlägt gerade durch) ;) emotional kann ich eben .. ;)

Eine einzige Bewerbung an das Krankenhaus hier um die Ecke hat es gebraucht, ich wurde sofort als Azubi eingestellt und ich war glücklich. Ich kann das, ich will das!
Ich merkte schon während der Ausbildung dass es mir Spaß macht, dass ich gute Bewertungen und Noten hatte, dass ich Lob empfing.. Da muss was dran sein.
Wie war das bei euch? Warum habt Ihr euren Weg so gewählt?



Nach meiner Ausbildung wollte ich etwas anderes sehen, ein größeres Krankenhaus musste her, gerade um die andere Ecke - die 2. Bewerbung in meinem Leben und auch da brauchte es keine weitere. Kardiologie wählte ich bewusst. Ich kannte mich aus mit dem Herz -  Bruderherz -  und ich wollte mehr davon. Herzen gehören zu meinem Leben und ich wollte Sie verstehen.
Wie man also hört ist die Pflege ziemlich präsent bei uns. Mutter, Tante 1, Tante 2, Zahntechnische Ass., Medizinische Fachangestellte, auch mein Vater hat in der U.S. Army als Logistikspezialist im Medizinischen Bereich gewirkt und immer mit verschiedenen Kliniken auf unserem Erdball zu tun gehabt. und es hält an.. Gerade ergreift wieder jemand in meiner Familie die Chance auf eine Verbesserung des Pflegeberufs. Eine Seuche sollte man meinen. Ich könnte beinahe selbst ein Krankenhaus eröffnen.

Um nun jeden Tag die Kraft aufzubringen mich selbst an diesen Vorsatz zu erinnern hilft mir gesundes Essen - das heißt nicht einfach Apfel und Banane, sondern Vitamine, Energiespender - aber auch Seelentröster. Letztere wohl in dosierter Form - aber ich habe gelernt, auch das reicht.
Natürlich lebe ich nicht nur von Haferflocken und Joghurt so wie manche Arbeitskollegen von mir schon denken müssen. Im Krankenhaus habe ich aber gelernt dass es einfacher ist eine Schüssel auszulöffeln als ein Brot zu schmieren (Prioritäten setzen muss man auch in der Pause, man hat doch keine Zeit ;)). Gesunde Mahlzeiten aus Schüsseln, wie beim Pflegefall - man passt sich eben an :).


Klar kann also Haferflocke und Co. für das Überleben einer laufenden Krankenschwester positiv sein. Meine 8 Std.-Verpflegung setzt sich wie folgt zusammen:

Zarte Haferflocken mit Mandel-Vanillemilch (oder andere (Pflanzen-) Milch)
Joghurt mit frischen (oder TK-) Früchten (manchmal auch Honig, Agavensirup oder Ahornsirup)
2-3 (!) Äpfel (oder anderes Obst)
1 Banane

Für viele ist dies wohl etwas langweilig. Mir hat es geholfen immer das gleiche zu essen, denn so entwickelt man Routine darin tagtäglich seine Lunchbox zu packen. Ich mache mir nicht mehr viele Gedanken darüber und brauche keine Bäckertüten oder Salatpackungen aus dem Supermarkt. Gesunde Gewohnheiten helfen dabei Druck abzubauen. Durch meine eingespielte immer gleiche Pausenmahlzeit muss ich nicht daran denken welche Tankstelle ich anfahren muss oder was es wohl in der Cafeteria heute gibt. Eine solche Planung verhindert Heißhunger. Der, der uns schwach macht,  und der, der uns zum Süßkram greifen lässt.

Ab und an schön essen gehen und ordentlich zuschlagen bei der einen oder anderen Geburtstagstorte ist natürlich auch drin  aber es wurde zur Belohnung z.B. zu besonderen Jahrestagen. Veränderung bringt solche Tage mit sich. Es gibt nicht mehr nur den Hochzeitstag und den Geburtstag. Es gibt den Tag an dem wir begonnen haben abzunehmen und dann gibt es noch den Tag an dem wir angefangen haben zu laufen. Muss alles gefeiert werden. :) Wenn dann diese Tage alle da waren muss man dafür sorgen dass es weitere gibt  - deshalb laufe ich gerne LANG, z.B.  19 km nach einem kurzen Schläfchen nach dem Nachtdienst. Ich kann einfach nicht fassen dass ich sowas kann ;), also muss ich es feiern.



Ich habe Jahre gebraucht um festzustellen was ich brauche um dem Alltag auf Station gerecht zu werden. Man muss es auch einfach mal aushalten. Wenn man aber nach Hause kommt und alles ausgehalten hat muss es weiter gehen. Der Ballast muss weg - weit weg.. also Laufschuhe schnüren und los - die letzten Tage erst habe ich dazu genutzt - Schnee ist nicht hinderlich - es gibt ja Schuhspikes. Der öde Spruch mit der falschen Kleidung bei Ekelwetter ist zwar ausgelutscht aber er ist wahr. Schönes Wetter kommt von ganz alleine. Wenn ich dann auf meine Uhr schaue und da steht wieder irgendwas zweistelliges, freu ich mich. Eigenlob stinkt nicht. Es ist auch nötig. Ich beobachte oft dass die Menschen vor lauter Aushalten und Erschöpfung schlecht zu sich selbst sind - und damit auch manchmal zu anderen. Wie du mir, so ich dir - habe ich noch nie gut gefunden. Man muss Herr über sich selbst sein, sich selbst kennen - sich nicht von der Umwelt leiten lassen, wenn es noch so schwer scheint. Lobt euch, selbst wenn es nur dafür ist, dass Ihr die Schokolade liegen gelassen habt.

Man hat nur ein Leben und man muss Kraft dafür aufbringen. Manchmal jeden Tag. Manchmal vielleicht auch mehrmals am Tag. Dann ist es aber auch so wie man es selbst will!



Dienstag, 17. Januar 2017

Die Sache mit dem Essen

Was bedeutet Essen für uns? 

Nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern Gefühl! Davon nicht zu wenig.


Natürlich Essen wir, weil wir müssen - aber in unserer Industriegesellschaft würde längst niemand verhungern wenn wir 2 Wochen nicht essen würden. Viel mehr ist essen für uns etwas, das positive Gefühle in uns auslöst. Haben wir Geburtstag - belohnen wir uns und unsere Gäste mit besonders guten Mahlzeiten. Jegliche Einladungen oder besonderen Anlässe feiern wir gerne auch mit Qualität und damit hochwertigem Genuss.
Wir freuen uns darauf - bei Hochzeiten, Weihnachtsfeiern, und sogar beim Leichenschmaus nach Beerdigungen wird nicht verzichtet. Essen in Gesellschaft hat bei uns einen hohen Stellenwert erlangt! Wir fühlen uns einfach gut und haben Spaß oder vernichten die Einsamkeit in uns die auch ich gerne umgehe.


Wer aus Einsamkeit isst will ähnlich wie beim Essen in Gesellschaft ein positives Gefühl verstärken. Genugtuung und Zufriedenheit wenn Schokolade im Mund schmilzt oder der angenehme Salzgeschmack der Chips oder Erdnüsse wenn es im Mund kracht. Sättigung oder Befriedigung von Verlangen gehören wohl zu den schönsten Gefühlen. Mit Gesundheit hat dies allerdings nichts zu tun. Nur im bestimmten Rahmen ist es gesund wenn wir uns mit Essen belohnen. Eine Hochzeit, der Geburtstag, ein langer Lauf <3, eine bestandene Prüfung oder auch die Erhöhung des Gehaltsschecks sind Anlässe im gesunden Rahmen, nach denen aber jeder zur Tagesordnung und zum normalen Essverhalten übergehen soll.

Viele Menschen sind jedoch im Laufe der Zeit und mit Veränderungen der "Keine-Zeit-Gesellschaft" davon abgekommen einen normalen Tagesablauf beizubehalten indem es nicht immer jede Leckerei geben kann. Auch Stress, Frust und Traurigkeit sind im allgemeinen Größer geworden; man muss sich nur umsehen und mal kurz inne halten, wenn die Welt aneinander vorbeihastet und sich Bäckertüten samt Inhalt ins Gesicht schiebt.
Besonders das Berufsleben sorgt oft für diese Ekel-Gefühle welche zu einer massiven Demotivation führen. Jedes positive Gefühl ist dann machtlos - es sei denn - man isst.


Ein langer Arbeitstag geht zu Ende - egal welche Branche, Stress gibt es überall, trotzdem werde ich im besonderen öfter auf die Pflege zurück kommen.
Ich komme nach Hause und bin betäubt, vom Telefongeklingel, der Patientennotglocke, dem Monitoralarm, da brauch ich erst mal Kaffee, einen Stuhl und einen Müsliriegel. Wenn man von Frühdienst spricht ist genau dass mittlerweile meine Routine um wieder runterzukommen. Ich habe das Glück aufgefangen zu werden, viele sind aber auch alleine wenn sie nach Hause kommen. Katze oder auch Hund können den Seelenterror spüren - ihn sogar mildern, trotzdem muss man alleine damit klar kommen. Verschwinden wird der Stress - zumindest für den Moment mit Pizza, Fast Food, Eiscreme und Co.. - nicht nur Fast Food führt zur Stillung des Verlangens oder zum Stressrelief, eigentlich ist es nämlich egal was wir in uns aufnehmen; Warum also nicht etwas gesundes!

Tag ein, Tag aus beobachte ich Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung - Zuhause aber besonders auch im Beruf die mit Ihrem trägen Willen kämpfen. Es wird niemand hier angegriffen, ich schildere Beobachtungen und oft sind es auch meine eigenen Handlungen die ich Beobachte wenn der Patient X mal wieder die Extragroße Pralinenschachtel als Dankeschön für die netten Serviceleistungen da lässt. Ich greife rein, habe ich ja verdient.. habe ich das?
Eine Geringschätzung unserer Arbeit führt zu massivem Frustaufbau. Wir Pflegekräfte tun den Patienten leid "wir müssen ja so rennen", "des arme Mädchen hat keine Zeit", das mag alles sein, deshalb frage ich mich was die Schokolade bewirken soll. Ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Bankangestellten erlangen bei den gleichen Personen kein Mitleid. Ekel überkommt mich manchmal wenn ich den nächsten Kuchen annehmen muss. Wir werden bezahlt für unsere Arbeit! Über die Höhe des Gehalts, die Rahmenbedingungen und den Stresspegel zwischen mir und einem Büroangestellten können wir streiten aber eins steht fest: Ich will niemandem Leid tun, habe mir meinen Beruf ausgesucht, ich mag was ich gelernt habe.
Das ist nun der Unterschied, was ich heute tue hat außer in der Theorie nicht viel mit meiner Ausbildung zu tun. Auch diese Tatsache wird wohl vielen Arbeitenden bekannt sein, egal welches Berufsfeld.
Es sind die Umstände unter denen man seine Arbeit tun muss. Stress und Wut werden so zum Nährboden von Übergewicht. Sie werden zur Entschuldigung. Stress und Wut sind eine so große Belastung für den Geist, dass wir umgehend versuchen wollen diese widerlichen und hinderlichen Gefühle los zu werden. Ist es nun also gut dass ich im Pausenraum ständig Süßkram für alle Fälle stehen habe?! Die "alle Fälle" sind ja allgegenwärtig andauernd.. Ich bin es leid, dass ich durch den schwerwiegenden Dank unserer Patienten selbst so schwerwiegend werden soll. Ein Ausgleich muss her!


Im Berufsalltag selbst können wir nicht ums Haus rennen, in den Boxsack schlagen oder verbal ausfällig werden. Wir können vielleicht ein paar Sekunden meditieren aber nicht das gesamte Seelenmalbuch auspacken. Essen ist natürlich möglich aber davon will ich abkommen, zumindest außerhalb der Pause!
Seit knapp 15 Jahren arbeite ich in Pflegeeinrichtungen. Praktika im Altenpflegeheim, Ausbildung im Akutkrankenhaus und der Einstieg ins wahre Berufsleben auch im Akutkrankenhaus - wenn auch ein anderes. In diesen 15 Jahren sind mir gehäuft sensible Personen begegnet (wie ich auch) die sich oft aufopfern, intelligent und organisiert sind aber trotzdem seelisch oft im Ungleichgewicht scheinen. Dazu muss ich anfügen dass ich von meinen Begegnungen während der Arbeitszeit rede und nicht von den Personen wie sie sich vielleicht zu Hause verhalten, dies sollte sich unterscheiden :)

Mein eigenes Helfersyndrom bei dem ich mich immer wieder selbst ertappe scheint auch nicht schlecht ausgeprägt.. Führte es nicht dazu dass ich bei jeglichen Weiterbildungen hier schrie und nun vor lauter Engagement auf Station meine Arbeitsstunden reduzieren musste - Selbstschutz ist wichtig. Selbstschutz kann man nur betreiben wenn man eigene Macken akzeptiert und entweder kontrolliert oder ausbalanciert.
Da ist dieses Ding mit der Ernährung, dass ganz ähnliche Macken in einem hervorbringen kann. Eine emotionale Unbalance führt oft dazu ein gestörtes entschuldigendes Essverhalten zu entwickeln. Vielleicht isst man aber auch nicht falsch, vielleicht nutzt man seine geschufteten Arbeitsstunden auch einfach zum Beine hochlegen und vergisst dabei die gezielte Bewegung - Meist ist es aber doch das Cortisol-verseuchte Stresslevel.

Mein Lieblingsthema nun neben dem Essen, der Stressabbau. Zu meiner Kollegin sagte ich neulich es müsste für unsere Patienten so ein Ventil geben, dass man einfach aufmacht und das böse Ödem einfach abfließt. Das gibt es natürlich nicht, aber doch irgendwie. Für uns gibt es ein Ventil, die, wie wir gesund (hauptsächlich) durch das Leben wandern und uns stressen lassen. Der Dampf muss raus, das geht am besten indem wir ins kühle Nass springen, oder der peitschende Wind bei uns auf dem Rad Platz in unserem Hirn schafft. Ich persönlich habe mein Ventil gefunden. Ich laufe und laufe und laufe. Mein Körper findet das gut. Zwar muss ich mich um Ausgleichssport bemühen denn jemand der auf einmal von 0 auf 100 geht bekommt das nur bedingt verziehen. Also fahr ich Fahhrrad, gehe schwimmen und mache Stabilisationstraining. Am wichtigsten bleibt der Lauf - den Kopf freiballern, der Aggression davon laufen.
Man muss kein Megasportler werden, meine Ventile haben viele Hähne - so gehe ich viel Spazieren mit meinem Hund aber auch eine Massage im Studio meiner allerbesten (<3) kann so ein Ausweg sein. Ein Weg zu Ruhe, ein Gang zur Stadtbibliothek oder auch mal zum Onlineshoppingportal meines Vertrauens wenn die Zeit knapp ist ;) Was ich sagen will, es sind so viele Möglichkeiten. Couching ist keine davon, wenn aber doch dann den Wecker auf 20 Minuten stellen und fertig.


Der massive Druck in der Pflege wird sich in Zukunft nicht verändern. Gesundheitspolitik und Pflegereform, diese ganzen Wörter... es sind nur Wörter. Solange die Gesellschaft nicht erkennt dass ein Smartphone oder der Großraum Internet keine Schutzhosen wechselt oder gar für deine Körperpflege sorgt, wenn du selbst nicht mehr kannst, solange in China weiter an Pflegerobotoren gebastelt wird anstatt jemand daran tut Stellenpläne zu optimieren und solange dass dem Staat nicht wichtiger wird und er nicht sieht dass eine Maschine vielleicht Tabletten richten kann oder Dokumentationen erledigt, bleibt es so. Der Staat sieht nicht was die Pflege sieht. Menschen die mit der Hälfte des Gesichtes lächeln, oder die, die grauäugig umherstreifen und Bushaltestellen in Gebäuden suchen. Studierte Politiker in glänzenden Anzügen die Diäten verdienen anstatt sie zu machen. Schwer erträglich dass davon der Pflegealltag abhängt.
Der Umstand obiges zu sehen und tagtäglich damit umzugehen sorgt für Hunger um nicht zu sagen unbändigen Hunger. Hunger nach Zufriedenheit für die Kollegen, die so gut sind - und für sich selbst.


Man kann rauskommen aus dieser Mühle, am besten bevor das Burnout uns zermahlt. Selbstdisziplin, Ehrlichkeit und Kontrolle. Bei mir dauert es nun auch schon eine Weile an und ich bin jeden Tag daran Kraft aufzubringen und den Ehrgeiz sich über den Naschwahnsinn des Pausenraums hinwegzusetzen.
Es muss ein Kampf sein der sich lohnt - für ein besseres Leben, Körperbewusstsein und was mir am wichtigsten ist: Um meinen Job nicht zu hassen! Meine Mutter (die Rentnerin ;)) sagt jeden Tag "Es ist so wichtig was du tust" ---
Ich sorge dafür dass es auch mir wichtig bleibt! Sorge auch du für dich!

Dienstag, 10. Januar 2017

Aller Anfang ist schwer

Los geht's,
es muss ja jeder was zu sagen haben. Die letzten Jahre habe ich so viele Blogs gelesen.. Die meisten wohl übers Laufen aber auch Food Blogs oder Mode Blogs waren dabei. Ich weiß noch nicht genau was dass hier wird. Ich will nicht nur über Laufen oder Essen bloggen. Ich hatte die Idee darüber zu schreiben warum diese zwei meiner Lieblingsdinge mit meinem Beruf so schwer kompatibel sind und dass es sich lohnt sie trotzdem zusammen zu bringen. Pflege von anderen bedeutet in erster Linie auch Pflege von sich selbst, sonst geht man dahin, oder unter, oder auseinander oder aber man jammert und schimpft.. All dass will ich nicht, lest selbst..

4 Jahre ist es nun her dass es bei mir klick gemacht hat. Vom abnehmen zum Sportler zur Ernährungsberaterin, immer hungrig, immer am schuften. Ich habe viele Menschen getroffen die auch viel abgenommen haben, aber alle durchleben einen geregelten Tagesablauf. Es muss doch auch Pflegekräfte geben die sich damit auseinander setzen?! Seit Jahren beobachte ich gegenteiliges. Mir ist klar dass es auch viele Krankenschwestern mit gesundem Essverhalten gibt aber ich bin keine gewesen. Und vorallem in dem Bereich in dem ich arbeite ist es mir besonders schwer gefallen nicht zuzunehmen.

Ernährung fängt schon nach der Geburt an, da lief wohl noch alles normal für mich aber schon im Kindergartenalter als meine Eltern beide voll Berufstätig waren spürt auch ein Kind diese Unregelmäßigkeit. Frühstück gab es eigentlich grundsätzlich nie. Bei meinen Großeltern wurde Kuchen in Kaffee getunkt und bei meiner Mutter (auch Krankenschwester) gab es mal Müsli aber alles eher sporadisch, denn es fehlte die Regelmäßigkeit. Schichtdienst und Regelmäßigkeit sind nunmal nicht gut auf einen Nenner zu bringen. Ein schönes reiches Frühstück wie ich es heute jeden Tag zu mir nehme in Gemeinschaft (ob im Beruf oder Zuhause) gab es nicht. Klar haben wir mal ein Brot zusammen gegessen, aber das wurde zuvor zwischen Schneidbrett und Kühlschranktür geschmiert. Man sparte sich auf für das Heilige Mittagessen. Zumindest bei meinen Großeltern war dies traditionell um 12 Uhr mittags. Landwirte essen zwar auch Salat aber nun mal mit Schweinebauch. Oder Kartoffeln auf jedenfall mit Bratensoße. So ging das jeden Tag, wenn ich bei meinen Großeltern war. Wenn meine Mutter frei oder post Dienst war haben wir zuhause gegessen oder eben zusammen bei meinen Großeltern. Abends gab es das berühmte Vesper. Reichlich Hausmacher Wurst mit Gurke und Tomate auf dicken frischen Brotscheiben und Butter. Wie man merkt mir hat es geschmeckt :)

Wenn mein Vater da war gab es dann noch Ausflüge nach little America. Fast-Food-Time, aber natürlich zu mittag. Morgens gab es manchmal Omelette oder Ham, Cheese and Egg-Sandwich. Lauter gute Sachen von Menschen die nur das beste für mich wollten. Solange ich ein Kind oder auch Jugendliche war konnte sich durch den erhöhten Kalorienverbrauch wohl noch alles in Grenzen halten aber als ich zunehmend selbstständiger wurde und mobiler (wohlgemerkt mit Auto, Sport war nie so meins) ging ich dann selbst auf Fast-Food-Ausflüge. Wie schön dass alles noch war, als man sich keine Gedanken machen musste, alles was ich gegessen habe, war erlaubt.. immer, und in jeder Menge.


Als ich aber 20 wurde nahm das alles überhand. Sportlich war ich noch nie aber ein sporadisches Volleyball spielen oder anderer Schulsport bewahrten mich vor dem überquillen. Mit 20 entdeckte ich, wie schön es war mit dem eigenen Geld essen zu gehen, mit meinem neuen Freund (Sebastian) in der Stadt Nahrungsmittel zu kaufen und dann überschwänglich zuzubereiten (Liebe geht durch den Magen). Diese ganze Geschichte, alles was ich jetzt schreibe ist ein Bruchteil von jenem was ich sagen will. Zu oft habe ich darüber nachgedacht und viel zu  oft habe ich es erzählen müssen. Ein kleiner Teil meines Traumas dass wohl jeder Mensch mit sich rumträgt. Natürlich tischt man gerne groß auf, mein Trauma beschränkt sich auf eine Essstörung, die zwar nie richtig diagnostiziert wurde aber voll ausgelebt. Essen bis zum Erbrechen, Erbrechen vor lauter Nervosität. Zwar verschwand das Erbrechen von alleine als ich ins Jugendalter kam, trotzdem nutzte ich dass Essen. Essen zaubert Gefühle und immer wenn wir uns gut oder schlecht fühlen oder fühlen wollten kann man dies mit Essen beeinflussen oder heraufbeschwören.

Mit 26 als ich mit Sebastian den Gipfel dessen was Essen anrichten kann erreicht hatte wurde uns klar dass es so doch nicht weiter gehen kann. Fast 100 kg (ich konnte nicht auf die Waage, zu schmerzhaft war es) haben wir jeweils mit herumgetragen. Die Motivation begann fast zeitgleich mit unserer Hochzeit 2012. Mein Cousin Marty und seine Frau Jenn folgten der Einladung. Bewundernswert, viele schlechte Tage gehabt und zusammen so viel gutes erreicht. Sie brachten Ernährung für uns in ein neues Licht, denn Sie konnten Essen was sie wollten, denn Sie Liefen.. Weit, schnell, - Marathon... Mensch, ich war so beeindruckt. Leider sind Hochzeitsfeiern zu kurz und irgendwann muss jeder wieder nach Hause. Dieses nach Hause gehen bedeutet leider für die Hälfte meiner Familie eine weite Reise über den Atlantik. Ich versuche nicht so oft darüber nachzudenken wie weit es ist..
Der Anfang war gemacht, Sebi und ich hatten Einsicht.. Wir wussten da muss was passieren..aber wie?.. Ein paar Monate später fing eine Arbeitskollegin und Partner mit Weight Watchers an. Sie erzielten viele Erfolge und veränderten Sich so schnell. Es schmolz einfach alles dahin. Es schien irgendwie so einfach und wir dachten, irgendwie muss es doch auch für uns funktionieren.

Wir zählten also Punkte.. am 7.11.2012 gings los. Lieber Gott ich hab noch nie so viel geweint, ich weinte weil ich zum ersten mal in meinem Leben eine Grenze für Essen hatte. Da war diese Zahl und die galt es nicht zu überschreiten. Abends um 18:00.. das Maß war voll.. ich wollte Schokolade..jetzt, sofort und viel. Aber Sebi und ich übten uns in Disziplin und so wurde es was es heute ist. Gesundes Essen, mittlerweile auch vegetarisches Essen, bewusst Essen, Viel Essen, Viel Sport aber immer noch viel Schichtarbeit. Und es geht, man braucht anstatt einem Tagesplan - 4 Pläne.. Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst, Frei. Jeder Tag hat seinen Rhythmus und Essen steht bei mir ziemlich oben. Schon immer.


Wenn ich so schreibe fällt mir auf, dass ich schon früher hätte schreiben sollen. Der Mensch der ich heute geworden bin, ist es leid diese alten Kamellen heraufzuholen. Aber Sie gehören dazu und irgendwie bin ich auch ein kleines bisschen Stolz. Stolz dass ich das geschafft habe und da bin, wo ich heute bin.