Samstag, 22. April 2017

Zuviele Fettnäpfchen

Neulich oder auch vor einigen Posts kommentierte meine liebe Kollegin .."jeder würde bei mir sein Fett weg bekommen".. , mit der richtigen Einstellung eines Jeden ist da wohl auch 100% Wahrheit dran :)



Mein Basisprogramm zur Gewichtsreduktion habe ich bisher mit freiwilligen  Probanden durchgeführt, mein Fazit daraus beschränkt sich auf "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch "ohne Wille, kein Weg", Abnehmen ist nichts dass man eben mal so macht, sondern eine Lebenseinstellung die bleibt.. Alles andere führt nur zum Jo-Jo-Effekt oder zum Stillstand, beides führt zu unendlicher Frustration..

Man kann sich Kunden nicht aussuchen und da ich kein Geschäft besitze, kann ich diese auch nicht so nennen. Bisher habe ich meine Ernährungslitaneien eher auf freiwillige ehrenamtliche Basis ausposaunt, aber hauptsächlich im Beruf, wo meiner Meinung nach so einige Menschen ernährungsbedingt schwere Erkrankungen erworben haben, kann ich nun öfter mal meinen fachlichen Senf dazu geben. Es werden natürlich die Schweren Erkrankungen behandelt, die unter Umständen lebensbedrohlich sind, trotzdem wird nie nie nie mal darauf hingewiesen wie man vielleicht noch etwas entgegen wirken könnte. Oft ist dies vielleicht nicht mehr hilfreich, denn ich sehe ein dass 95 jährige Menschen wohl kaum noch Tipps zur gesunden Ernährung brauchen. Aber die Menschen die nun immer häufiger kommen sind zwischen 45 und 65 und teilweise so schwer, dass unsere Waage nicht mehr zum Einsatz kommen kann.. Traurig dass dann nicht am Hauptproblem geschraubt wird. Herzinfarkt, Diabetes mellitus usw. sind behandlungspflichtig aber Übergewicht ist immer noch ein Tabu, das Problem jedes einzelnen, schließlich kann man Gewichtsabnahme verordnen, aber es ist langwieriger und anstrengender als Insulin zu spritzen oder einen Herzkatheter mit Stentimplantationen zu erhalten. Mein tägliches Brot.



Da ich nun aber die Fähigkeit besitze zu beraten tue ich dass auch, in der Hoffnung dass ein paar Brocken hängen bleiben. Ich liebe es Ansprechpartner zu sein, nicht nur für meine Patienten, aber auch für viele Personen um mich herum. Mit so wenig Antwort oder Infos kann man so viel Klarheit schaffen.

Unsere tägliche Ernährung setzt sich aus den 3 Hauptnährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten zusammen, natürlich sind Mineralstoffe und Vitamine nicht minder Wichtig aber dass würde den Blog sprengen, deshalb kommt dass in einem anderen Beitrag. :)
Das meines Erachtens größte Problem bei der Ernährung liegt wohl im Fettgehalt der Speisen die die Menschen sich zuführen. Wenn man bedenkt dass kleine Menschen (ich gehe von mir selbst aus ;)) nur 45-50g Fett pro Tag essen sollten dann erschließt sich dem ein oder anderen vielleicht schon von ganz alleine wo der Knackpunkt liegt. Man nehme 600g Hähnchen (4 Portionen) und einen Schokoriegel (der mit gesunder Milch und Cerealien) und vergleiche den Fettgehalt, bedeutet 5g vs. 8g. Wie viel Nährwert haben 4 Portionen Hähnchenfleisch im Gegensatz zu diesem einen leeren Schokoriegel. Beides hat Vor- und Nachteile und ich streite nicht ab dass ich manchmal auch dringend einen Schokoriegel brauche aber trotzdem sollte man darauf achten dass das Fett das man am Tag zur Verfügung hat mit gesunden Lebensmitteln zu decken ist und der Schokoriegel auch vor kommen kann - aber auch bedeutet dass etwas anderes reduziert werden muss. Man kann schließlich nicht alles haben ;)
Ich rede nicht über sportliche Menschen, denn gerade diese achten meist  sehr genau auf Ihre Ernährung und wenn sie es "mal" nicht tun haben Sie es beim nächsten Training wieder verbrannt oder haben es  zuvor schon verbrannt.



Für alle die, welche mit den Kilos kämpfen und sich immer Fragen wo schlanke Menschen das denn "alles hin essen", so liegt es doch meist daran dass sie sich regelmäßig sportlich betätigen oder zu den wenigen Prozent der Menschheit gehören die einen wohlwollenden - alles - möglich - machenden - Stoffwechsel besitzen.
Um 1 kg Körperfett abzubauen muss man im Vorfeld einiges leisten, denn dafür müssen ganze 7.000 kcal eingespart werden. Dabei darf man Körperfett mit reinem Fett nicht verwechseln. 1 kg reines Fett hat 9.300 kcal, 1 kg Körperfett besteht aber nicht nur aus reinem Fett sondern auch aus Zellen mit Wasser und Eiweiß, daher kommt man auf rund 7.000 kcal beim Körperfett (nur am Rande ;))



Jetzt kann man aber auch erkennen warum gesundes Abnehmen Geduld und Zeit braucht, denn selbst wenn 7 Tage die Woche 500 kcal gespart werden kann man erst auf ein 1/2 kilo weniger Gewicht hoffen. Dies kann man mit ausreichend Bewegung/Sport natürlich unterstützen und beschleunigen. Die die zu Beginn Ihrer Gewichtsreduktion sehr viel Gewicht verlieren wiegen meist auch viel mehr als die, die nur 5 kg zum Normalgewicht erreichen möchten.

Gesund und völlig normal sind 0,5-1kg pro Woche.


Wer jetzt meint ich würde Fette verteufeln, tut mir unrecht. Es gilt nur ein gewisses Maß einzuhalten (0,8g Fett pro kg Körpergewicht - Normal- oder Idealgewicht bezogen) und natürlich das richtige Fett zu essen.
Fett ist nicht gleich Fett! Wie bei uns Menschen gibt es gute und böse ;)

Ein kleiner Überblick

gesättigte Fettsäuren (böse)





Dann gibt es noch die "guten" (einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren), diese sollten den Großteil unserer Fettzufuhr ausmachen. Dazu kommt nun noch das mehrfach ungesättigte Fettsäuren vom Körper nicht selbst hergestellt werden können und unbedingt zugeführt werden müssten, auch hier eine kleine Übersicht:

einfach ungesättigte Fette:          Olivenöl, Rapsöl, Avocados, Nüsse, Samen

mehrfach ungesättigte Fette:  

Omega-6-Fettsäuren:              Nüsse, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Distelöl

Omega-3-Fettsäuren:              Lein-, Soja-, Walnuss-, Rapsöl, fettreiche Fischsorten (Makrele, Lachs,
                                                 Hering, Forelle, Thunfisch)

Wie man erkennen kann liegen Pflanzenöle weit vorne :)

Um das ganze auch Vegetarier/Veganer - freundlich zu gestalten gibt es natürlich neben den Fischsorten mittlerweile Omega-3- oder 6-Fettsäure Kapseln die aus Algenöl oder aus verschiedenen Pflanzenölen zusammengesetzt sind.



Dieses Thema ist unendlich fett, deshalb kann man Bücherweise Literatur und Rezeptbücher finden die das Thema Low Fat oder "gesundes" Fett nochmals aufgreifen. Ich denke wenn man die Basics weiß und versucht diese zu beherzigen ist man schon weit. Zuviele Menschen greifen immer noch wahllos zu Lebensmitteln und jeder noch so kleine Gedanke über das Stück auf dem Teller ist Gold wert!

Guten Appetit! :)

Samstag, 15. April 2017

"M" G43.9 - Das Übel im Kopf

ekelerregend, hart, stechend, dumpf, existienziell, schmerzend, weinend, vom Leben aufgegeben, unstillbar, resistent, unerwartet, zerstörend, spaltend, dunkel, leise, mörderisch, alleine... alles nur Worte - aber solche die einem im Kopf schwirren, während einem Tag;

Migräne


Es ist fast schon eine Geschichte, meine Geschichte, die ich nun schon über 15 Jahre mit mir herumtrage. Es ist ein kleiner Teil von mir, trotzdem einschneidend und niederschmetternd. Schnell wieder vorbei aber scheinbar unendlich.
Wer Sie schon erlebt hat weiß wovon ich rede, und ich bin froh dass meine nach maximal 24h auch wieder verschwindet, immerhin hält es bei anderen mehrere Tage und gar Wochen an. Da darf ich mich wohl auch wieder glücklich schätzen.
Seit ich 14 Jahre alt bin, erschüttern widerliche Anfälle meinen Kopf. Im Fachbuch steht dass Sie häufig im 35.-40. Lebensjahr ausbricht und etwa 12-14% der Frauen und ca. 6% der Männer betroffen sind.
Ich versuche oft Sie einzugrenzen, festzustellen wann es kommt aber es geht nicht. Als Jugendliche war ich teilweise 3x pro Woche außer Gefecht gesetzt und später mehrmals pro Monat. Es kam auch vor dass Sie 6 Monate aus blieb und dann wieder alle 10 Tage antanzte.
Man führt schon irgendwie ein Doppelleben, mit dieser Bombe im Kopf die jederzeit explodieren kann. Man plant sein Leben, macht Termine oder Verabredungen aus - und "bääääm" da kommt Sie auch schon... Rigoros zerschmettert Sie einfach alle Vorhaben und reduziert diese aufs Bett und geschlossene Rolladen. Natürlich erwischt es mich auch wenn ich mal nichts vorhabe.. nur dann muss man sich nicht erklären. Diese Gesichter und Tonlagen die zur Antwort kommen, wenn man von Migräne spricht gehen schon weit auseinander. Meist kann das gegenüber nur schwer verstehen dass es wirklich ist und meint es sei "nur" Kopfschmerz - den man hin und wieder vielleicht als Ausrede einsetzt.. OHHHHHH NEIN.. Migräne ist ein Kopfschmerz in Dimensionen die man sich nur vorstellen kann wenn man diese selbst durchlebt hat. Denn es nutzt nichts, sich kurz mal auszuruhen, es nutzt nichts sich Medikamente einzuwerfen.. es nutzt einfach nichts.



Da liegt man nun, dunkler Raum, vorzugsweise mit Bett, denn Fernsehergeräusche machen dass ganze noch unerträglicher. Begleitet von Übelkeit und Erbrechen will ich manchmal meinen Kopf an die Wand schlagen um den dumpfen, drückenden Schmerz zu überbieten. Manchmal "nur" weinend, manchmal ganz still, wenn man zwischen Trance und Realität schwebt. Ich neige schon etwas zu Melancholie, was wohl mit meinem Sensibelchen-Ich zusammen hängt. Vielleicht kann ich so das Geschehnis aber auch besser aushalten. Schließlich weiß ich dass morgen alles wieder Gut ist.
Es ist trotzdem schwer zu ertragen dass mir kostbare Lebenszeit so genommen wird und so führt jeglicher Anflug dieser Pest schon zu deprimierender Stimmung. Unendlich Traurig gebe ich mich mittlerweile geschlagen und verzieh mich mit meinem Eimer.

Es ist nicht alles Gold was glänzt! Jedem dem du begegnest, mag den Anschein erwecken alles sei Super. Aber es hat jeder sein Päckchen zu Tragen. Ich liebe diese Floskel, weil ich Sie wirklich als Wahr empfinde. Natürlich gibts auch die, die sich rundum glücklich schätzen. Zwischen, Nach und Vor meinen Migräne-Anfällen bin ich das auch.

Meine Freunde kennen das. Wir mussten schon so manchen "Musik"-Party-Abend früher verlassen, nebenbei muss man dann ins Feld oder den Mülleimer im Kinosaal beehren. Da braucht man nichts schön reden. Die meisten Veranstaltungen konnte ich erst gar nicht besuchen, obwohl es so lange geplant war. Außerplanmäßige Stops auf Autobahnen dürfen auch nicht fehlen, ich weiß wie es hinter Leitplanken aussieht. Man darf einen Tag später auch drüber lachen.

Mein Mann und meine beste Freundin müssen mich nur kurz ansehen. Sie wissen schon vor mir wie mein Tag ausgeht.
Ich ging krank zur Arbeit und damit auch krank von der Arbeit, immerhin dass habe ich mir gemerkt und bleibe nun gleich Zuhause anstatt den Märtyrer zu spielen. Den will niemand haben.

Es tut weh - als wären Arterien zerborsten oder Risse im Schädel. Als würde ein eiserner Schraubstock mit ganzer Kraft die Ohren zusammendrücken. Fast schon poetisch ;)
Vielleicht ist dass das positive der Schmerzen. Man kann in allem etwas positives finden. tiefsinnig und empathisch wird man allemal, wenn man soetwas durchgestanden hat.
Ich könnte sogar ein Buch über Toiletten schreiben, nämlich welche super sind und wo man nicht mal zum "sich übergeben" hingehen sollte...:) Man lernt dazu!
Bevor man sicher sein kann dass es Migräne ist (schließlich war ich 14) habe ich im Laufe der nächsten Jahre so einiges abklären lassen. Von EEG über CT zeigten sich zum Glück keine Spinnereien. Lediglich ein paar hässlich durcheinander geratene Hormone wirbeln in mir ihr Unwetter. Tja, so unspannend Hormone auch sind, habe ich es mir wohl mit ebendiesen grundlegend verscherzt ;)

Die Medizin ist ziemlich erfinderisch und es gibt so viele Behandlungsmöglichkeiten für Madame Migräne. Von niedrigdosierten ß-Blockergaben, über Triptane  und andere Langzeitmedikamente, sogar Antiepileptika. Das meiste habe ich ausprobiert. Mir wurde von den Medikamenten nur noch mehr übel, deshalb habe ich für mich festgelegt, einfach nichts mehr zu nehmen, sowieso ungesund für Leber und Co. Sogar mein Hausarzt der mir starke Schmerzinfusionen zukommen ließ hat nicht schlecht gestaunt dass ich irgendwie resistent scheine.



Das einfachste Rezept bei Migräne ist für mich ein Bett, ein Eimer und ein geschlossenes Fenster mit Rolladen. Dann ein paar Stunden - maximal ein Tag warten. Fertig. Mein Leben geht weiter.

Es soll Sie geben - die Trigger ;) Auch diese Parmesan - Rotweingeschichten versuchte ich und es hat nichts gebracht. Rotwein trinke ich sowieso nicht aber bei Parmesan bin ich echt froh. Den liebe ich. Der darf bei den Pasta-Partys nicht fehlen.
Yoga, progressive Muskelentspannung, Dehnübungen, Gewichtsreduktion. Das alles tut super gut, aber die Migräne bleibt. Ich habe mich damit abgefunden, und dass fällt mir leicht zu schreiben, während ich gerade keine Schmerzen habe aber wenn es dann mal wieder soweit ist und das Leben einfach so gemein erscheint, muss man sich trösten, denn es geht vorbei.
Natürlich weiß ich, da ich es jeden Tag sehen muss dass es anderen Menschen wesentlich schlechter geht und diese hätten wahrscheinlich gerne einfach Migräne anstelle von chronisch degenerativen Erkrankungen.
Daran werde ich jeden Tag erinnert wenn ich zur Arbeit gehe. Trotzdem war es mir wichtig klarzustellen dass Migräne nicht einfach Kopfschmerz bedeutet.


Sie lässt die Uhren still stehen!


Dienstag, 4. April 2017

Main Zuhause

Schon immer wohne ich an diesem Fleck.


Oft habe ich mir vorgestellt wie es wäre wenn ich anderswo wohnen würde. Einfach weg ziehen, einfach umziehen, packen, einziehen. Diesen Gedanken habe ich oft mit mir rumgetragen - weiter bin ich nicht gekommen.
Vor 13 Jahren als ich meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin begonnen hatte - so ohne Führerschein, blieb mir nichts anderes übrig als ins "Schülerwohnheim" am Krankenhaus zu ziehen, dort war die Berufsfachschule und mein Ausbildungsbetrieb, ich hatte alles innerhalb von 300m. Es war schlimm. Ich musste mich auf 1 Zimmer beschränken, was mir echt schwer gefallen ist, da ich Zuhause überall so meine Lagerungsecken habe, da es vorübergehend geplant war hatte ich dann doch nicht alle meine Sachen mitgenommen. Es war laut und kalt und manchmal auch etwas langweilig. Ich hatte direkt gegenüber zwar die beste Kollegin die man sich wünschen konnte für diese 3 Jahre - trotzdem, war es nicht mein Zuhause und ich bin jedes Wochenende und so oft es ging nach den Diensten oder meinen freien Tagen heim.
Was ich hier von mir gebe ist wohl jammern auf höchstem Niveau denn mein Zuhause war 7 Auto Minuten vom Krankenhaus entfernt und andere Menschen die ich nun kennengelernt habe würden mich auslachen, tun es vielleicht auch.


Der Klotz ganz links war mein Wohnheim, gleichzeitig Schule und rechts das Krankenhaus


Ich kann mir einfach nicht vorstellen wo anders zu wohnen, mein Zimmer, mein Stockwerk hier im Haus meiner Eltern, unser Garten, meine beste Freundin 2 Häuser weiter, alle Verwandten im gleichen Ort. Ich weiß gar nicht warum ich so fühle aber ich fühle mich nirgends so sehr Zuhause wie hier - und ich werde auch nirgends hin gehn. Ich kann blind durch den kleinen Ort gehen und würde überall ankommen. Ich hab den Wald um die Ecke und den Main die Straße runter.
Mein Bruder, schon fast ein Nomade wohnt schon lange nicht mehr hier, reiste durch die Welt und in Deutschland umher, wechselnde Wohnungen, wechselnde Nachbarn, wechselndes Zuhause. Nichts für mich. Selbst wenn meine Nachbarn dies lesen würden kann ich beruhigt sagen, dass ich gerne hier bin. Nicht jeder kann aus seiner Haut aber ich bin froh mit den Leuten die ich seit 30 Jahren hier um mich habe. Die mich kennen - oder auch nicht mehr. An die ich gewöhnt bin und Sie akzeptiere.



Letzten Sonntag wäre mein 25 km Wettkampf in Seligenstadt gewesen und 2 Wochen zuvor, nach meinem letzten 20 km Lauf merkte ich ganz ekelhaft wieder meine Plantarsehen guten Tag sagen. Ich beschloss sofort eine Laufpause zu machen, da ich zuvor mal den Schmerz ignorierte - Nicht gut. Jetzt fängt die 3. Woche ohne Laufen an und es ist sehr mühsam, traurig und ich bin echt geknickt dass es schon wieder ein kleiner Rückschlag war. Ich habe vermehrt Stabilisationstraining gemacht und bin Rad gefahren, zahlreiche Stundenlange Wanderungen mit meinem Hund erledigt und kann jetzt sagen, dass es gut war. Ich denke Ende nächster Woche werde ich mal wieder ein Probeläufchen machen (Ostern).
Wenn man den Ultraläufer vor der Nase hat ist es schwer für mich ruhig zu bleiben, ich erhöhe mein Training und versuche irgendwie da mitzumachen (hahahaha).. Ich kann nicht mithalten, das weiß ich aber dieses Verletzungsfreie Megaman-Training meines Mannes würde ich aber so gern mit machen. Nicht das Tempo aber die Distanzen. Ich schaute also wieder gespannt zu wie er sein Rennsteig-Training durchläuft und ich bin so stolz wie er das macht. Furchtlos, Stark, Diszipliniert, so voller Leidenschaft.
Letzten Sonntag also lief er 40km durch den Spessart und ich konnte nicht anders als auf mein MTB zu steigen und los zufahren.



Ich fuhr los als dicke Regentropfen meine noch traurige Stimmung drückten und ich an den Start des Wasserlaufs in Seligenstadt denken musste, den ich aus Vernunft nicht angetreten war. Ich entschied mich für die andere Richtung und fuhr Richtung Miltenberg. Ich wurde richtig nass und ließ mir noch offen wie weit ich fahren würde. Ohne Musik und nur mit mir selber war ich recht einsam auf meinem Rad und dachte an Zuhause - was mich zu diesem Blog führte. Ich kam an so vielen Ortschaften vorbei mit denen ich mich verbunden fühlte. Am Main entlang nach Miltenberg dachte ich darüber nach wie gern ich hier eigentlich bin und wenn man da so vor sich hin fährt wird man ja ganz sentimental. ;)


Wenn man Tag ein Tag aus "wohnt" vergisst man manchmal wie schön es um einen herum ist. 




Die Clingenburg über der hübschen Klingenberger Altstadt mit seinen Weinbergen, den ganzen Weg entlang zwischen Erlenbach und Großheubach. Das Kloster das direkt auf dem Engelberg sitzt, wo ich mit dem Musikverein früher unterwegs war. Ich liebte nicht die Kirche aber doch irgendwie die Musik zu Wallfahrten. Den Musikverein habe ich nun schon lange hinter mir gelassen, da es nicht mehr in mein Leben passte und zu zeitintensiv wurde. Ich sage immer ich bin doch der gleiche Mensch, aber wenn man die Zeit seines vergangenen Lebens durchgeht... - doch nicht. Mein Sport ist längst zeitintensiver geworden als ich je in meine Klarinette gesteckt hatte. Trotzdem hole ich Sie jedes Jahr an Weihnachten raus und spiele.





In Kleinheubach steht ein Schloss und in Miltenberg prangt die Mildenburg, ein Kirchturm nach dem anderen ragt in den Himmel. Vertraute Bilder die ich sehe, während ich mit durchschnittlich 20km/h durch die Gegend fahre. Ich denke für mich war es schnell genug - ich bin zufrieden :)
Das "Schülerwohnheim" und das Krankenhaus in Erlenbach sehe ich aus weiter Ferne am Waldrand bis ich durch die stinkenden Glanzstoffwerke nach Elsenfeld komme. Das Bahnhofsgebiet war überfüllt mit Menschen die Ihr Ziel noch nicht erreicht hatten. Ich auch nicht dachte ich. Inzwischen hatte die Sonne angefangen zu scheinen und ich entschied mich doch noch weiter zu fahren. Die Obernburger Fußgängerbrücke über den Main ließ ich also hinter mir. Unzählige Male bin ich über sie gelaufen. So viele nette Rundwege und Brücken über die man immer neue Laufwege entdeckt. Unglaublich viele Richtungen und neue Entdeckungen hatte ich von hier aus zu Fuß schon gemacht..



In Kleinwallstadt angekommen, fuhr ich rasch vorbei am Altenwohnheim dass, das Arbeitsleben meiner Mutter verschlungen hat und den Grundstein meines Berufswunsches gelegt hat. Zu oft hatte ich Essen gereicht, Rollstühle geschoben und auch Rollstuhlrennen veranstaltet. Ich bin dort oft gewesen, zu oft. Deshalb weiter..
Der Zug hatte mich entlang der Gleise schon eingeholt als ich am Klärwerk vorbei kam. Auf dem Weg zum geliebten Aschaffenburg, musste ich noch schnell durch Sulzbach und Obernau. Nicht so viele Verbindungen zu diesen Punkten aber zu Fuß immer ein willkommenes Ziel.. Die schimpfenden Umgehungsstraßenschilder ließ ich hinter mir. Das ist wohl eines der negativen Seiten dieser Region. Ich hab das Gefühl die Menschen sind so verwöhnt, verwöhnt vom Wohlstand dass Sie immer etwas zu beanstanden haben. Die Umgehungsstraße kann ich noch nachvollziehen wenn  man an dieser Durchfahrtsstraße wohnt. An der A3 Autobahn durch den Spessart kann man aber nun lesen "Nationalpark - Nein, Danke". Ich bin dafür. Ich bin der Meinung alles was jetzt noch grün ist muss es auch bleiben. Viel zu viel fuhrwerkt die Menschheit im Wald herum. Ich bin total erschrocken wie abgerodet unser Wäldchen um die Ecke nun ist.. Schlimm..



Die Turmspitzen des Aschaffenburger Schloss Johannisburg kommen mir entgegen und ich freue mich endlich dort zu sein. Es war eine Lange windige Fahrt von Miltenberg nach Aschaffenburg.
Leider waren die Fotos nicht ganz so schön anzuschauen da es recht trüb war und wolkig. Aber die eigene Heimat ist wohl selbst im tristen grau bunt.
Als ich in Aschaffenburg auf der Willigisbrücke kurz stehen blieb hatte ich schon eine Nachricht von Sebi dass er zuhause war und so fuhr ich nun auch heim. Jetzt war es nicht mehr weit.
Durch Nilkheim durch, wo mich auf dem Sattel nun kein Stau lahm legen konnte immer am Main entlang. Er fließt da einfach vor sich hin..



Über Niedernberg, wo ich früher zur Schule ging war es nur noch ein Katzensprung an unserer blauen Brücke vorbei (3,3 km von zuhause). Von da kenne ich wohl jeden km von Anfang bis Ende..
Zuhause fuhr ich dann noch meine liebste Laufrunde ab um schließlich völlig müde nach 80 km heim zu kommen. Um meinem Ernährungsblog gerecht zu werden, erzähle ich euch noch von meiner Verpflegung während der Fahrt. Obstpüree und ein Balisto ;)..



Ich kenne viele Menschen die oft umgezogen sind und keine Probleme mit neuen Umgebungen haben. Ich fahre weltweit gerne in den Urlaub, von mir aus auch monatelang. Aber Zuhause ist nur hier.

Schon immer - für immer.


Freitag, 17. März 2017

Ballaststoffe - Königin des Stuhlgangs

Eat your greens - Eat your grains


Die guten alten Ballaststoffe, so schwerwiegend ihr Name. Dabei machen Sie dem Körper das Leben so leicht, wenn man ein paar einfache Regeln beachtet.
Ballaststoffe sind die unverdaulichen Bestandteile unserer Nahrung, die Gerüstsubstanz von Pflanzen. Unendlich gesund bei reichlichem Verzehr, da Sie einfach "mehr" werden im Körper ohne aber auch mehr Kalorien zu haben. Vorallem in Obst und Gemüse aber auch in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen sind Sie enthalten. Es werden 30g/Tag empfohlen, da diese im Körper aber quellen - also "mehr" werden, muss auf eine ausreichende Flüsisgkeitszufuhr geachtet werden. Generell gilt 1,5l - 2 l pro Tag als unverzichtbar. Wer aber neugierig ist darf gern seinen genauen Bedarf errechnen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt 30ml pro kg Körpergewicht. Wenn man dies einhält und ordentlich gesunde Getränke wie Wasser oder andere ungesüßte Flüssigkeiten zu sich nimmt ist man auf einem guten Weg.


Warum sind Sie also so gesund?


Ganz simpel liegen die Vorteile einer ballaststoffreichen Ernährung in der Regulation der Verdauung. Zusammen mit Bewegung und der Flüssigkeitsaufnahme sorgen Ballaststoffe für eine gesunde regelmäßige Ausscheidung. Wir alle wissen was es für ein Gefühl ist wenn man ordentlich auf die Toilette kann/muss/darf, da will ich keinen hehl daraus machen. Man braucht sich weder schämen noch im Tabu-Ton darüber sprechen. Viel zu oft habe ich mit obstipierten Menschen zu tun (beruflich) die mir täglich Ihr "Scheiß"-Dilemma beklagen. Da ich vorwiegend ältere Menschen mit Stuhlneurose betreue, kann ich sehen, welche Auswirkungen es hat, wenn man sich nicht mehr regelmäßig Bewegen kann und der Flüssigkeitshaushalt aus verschiedensten Gründen völlig außer Balance geraten ist.




Beim Thema Verdauung muss ich unbedingt darüber reden, wie Schade ich es finde, dass der Ort der Vollendung leider viel zu oft im Dunkeln gelassen wird. Jeder macht es, JEDER MUSS es, aber jeder findet es peinlich darüber zu reden. Das normalste der Welt! Es stinkt zum Himmel. In jeder Hinsicht. Ich bin froh dass bei uns in einer Misch-Masch Kultur (zuhause) offen über diese Dinge geredet wurde/wird. Man muss sich nicht schämen wenn man auf Toilette war, denn bei keinem riecht es hinter her nach Rosengarten (wenn man von den käuflich erwerbbaren Chemikalien absieht) und ein Fenster oder die Lüftung erledigt den Rest. Es gibt nichts schlimmeres als Leute, die meinen man müsse die Nase rümpfen (klar kann man, aber vielleicht so dass sich jemand anderes nicht betroffen fühlt) und Ekelgestikulationen nach dem Besuch einer Toilette machen. Es ist doch einfach "Kacke" wenn man in einer Gesellschaft hockt, die das normalste der Welt verteufelt und dafür sorgt dass man sich als Verbrecher fühlt wenn man aus dem Klo kommt. Man geht gemeinsam Essen und was oben rein kommt muss auch wieder raus. Wenn Ihr es noch nie verspürt habt was passiert wenn man nicht "Gross" kann, zählt Ihr eindeutig zu den glücklicheren Mitgliedern der Welt. Chronisch Kranke oder ältere Menschen mit bestimmten Medikamenten oder eben einfach zu wenig Bewegung sind geplagt, denken an nichts anderes. Kurz gesagt: Es tut richtig weh, wenn man nicht loskriegt was zuvor unbedingt rein musste. Menschen quälen sich regelrecht. Natürlich muss ich dazu sagen, dass ich als Krankenschwester bei diesem Thema wohl mehr als abgebrüht bin. Formen, Farben und sonstige Eigenarten unseres Geschäftes sind unendlich variabel und in Patientenakten gibt es eine eigene Spalte dafür. Es ist wohl ein anderes Thema wo Menschen Ihre Verdauung ausleben (An Wände, in Schränke, unter Betten, in Betten, in Tassen oder was gerade im Weg ist) aber ich sollte vielleicht mal ein Buch schreiben ;)




Nächster Vorteil von Ballaststoffen ist die Sättigung, denn dadurch dass sie quellen und sich im Magen-Darm ausbreiten, machen Sie satt, nicht nur kurz, sondern lange. Weniger Heißhunger und überhaupt ein angenehmes Gefühl. Ich denke wir alle sollten uns in Erinnerung rufen, wie privilegiert wir sind uns über Lebensmittelverfügbarkeit keine Gedanken machen zu müssen. Die Mehrzahl von uns steht auf und geht in den Supermarkt und kauft sich was er braucht. Viele Menschen unserer Erde können dies nicht. Vielleicht müssen wir auch gar nicht so weit außerhalb Deutschland schauen, denn die Armut sitzt mitten unter uns und wer den Lauf der Dinge verfolgt, kann sehen wie die Schere größer und größer wird!

Esst Ballaststoffe, werdet satt und freut euch darüber dass wir es so verdammt einfach haben. So einfach, dass ich hier sitze und darüber sinniere welch große Qual der Wahl wir beim Essen haben. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, wieviele Nahrungsmittel immer noch Weggeworfen werden und vielleicht ist es dem ein oder anderen möglich sich mehr damit zu befassen bevor er die Tonne öffnet. Lebensmittel sind nicht "schlecht" nur weil irgendein Konzern ein Datum festlegt. Vertraut auf Augen, Nase und manchmal auch den Geschmack. Nicht nur für den Geldbeutel ist das gut, aber auch für unser Gewissen, denn Umwelt geht uns alle an. Ich übertreibe ja gerne, und wenn man sich die Müllberge der Erde anschaut wird spätestens mit dem Film "WALL E" von Disney klar (der übrigens nicht nur für Kinder gedacht ist) wo das alles hinführt.



Je älter ich nun geworden bin, musste ich feststellen wie verdammt wichtig Gesundheit ist. Als Jugendliche habe ich die Geburtstagskarte meines Opas noch lächelnd beäugt, denn Sie beinhaltete immer den Wunsch nach Gesundheit. Wie weitreichend und wertvoll diese ist begriff ich erst vor ein paar Jahren. Natürlich ist sie wichtig - aber eigentlich ist sie nicht nur dass - sie ist alles.
Mit einer ballaststoffreichen Ernährung kann man diesem Ziel näher kommen und seinen Körper im gesund bleiben unterstützen.
Ja, es gibt auch Veganer/Vegetarier mit Darm-Krebs aber trotzdem haben diese mit viel Obst und Gemüse wenigstens bestmöglichstes getan um den Magen-Darm zu entlasten. Ich rede von den meisten, die den Ernährungsstil als Chance und Lebenseinstellung sehen. Nicht von Convenience- und Puddingvegetariern, die im Moment aufgrund von Hype und Trend darauf umsteigen.



Hier ein paar konkrete Beispiele wie der Körper gepflegt wird:


1. Da Ballaststoffe Wasser binden, regen Sie so die Peristaltik des Darms an, damit hat dieser immer was zu tun, langweilt sich nicht und hat weniger Zeit krank zu werden. Außerdem binden Sie auch andere Schadstoffe, welche dann bequem bei der Lieblingssitzung ausgeschieden werden. Ein manchmal störender Nebeneffekt sind die enstehenden Gase und damit verbundenen Blähungen. Es gibt leider einige Menschen, die damit mehr Probleme haben. Man kann seinen Darm aber daran gewöhnen und die Ballaststoffaufnahme von wenig auf viel langsam steigern. Wer seine übermäßige Luft nicht los wird, sollte unbedingt Laufen gehen, denn da löst sich alles und übrig bleibt ein wohliges Gefühl. Vielleicht verschafft es dem einen oder anderen auch ein bisschen Antrieb ;)


2. Zivilisationskrankheiten wie Gallensteine durch Cholesterin oder überhaupt zu viel Cholesterin im Blut (Hypercholesterinämie) können durch den Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln reduziert werden. Durch den Stoffwechsel der Gallensäure wird Cholesterin verbraucht und später über den Stuhl ausgeschieden. Da Cholesterin im Übermaß zur Schädigung der Blutgefäße führt kann man dem so entgegen wirken und für ein gesundes Herz sorgen.Wer schon mal eine Gallenkolik hatte, kann davon ein Lied singen. Wer noch keine hatte, sollte dringend damit anfangen, diese durch gesunde Ernährung möglichst zu verhindern.


3. Da Ballaststoffe zu den Power-Kohlenhydraten gehören haben diese auch eine positive Wirkung auf den Blutzucker, welcher vor großen Schwankungen beschützt wird und stabil bleibt. Dies wiederrum führt zur Reduzierung der Heißhungerattacken. 


4. Ein Nachteil für viele ältere Menschen besteht darin, dass man Ballaststoffe gut Kauen muss. Oft wird durch ein schlechtsitzendes Gebiss oder zu harte Nahrungsbestandteile die Ballaststoffaufnahme gänzlich gestrichen. Dabei fördert Sie die Zahngesundheit durch Förderung des Speichelflusses und Reinigung der Zahnoberfläche durch das gute Kauen.


Ballaststoffe ziehen sich so nicht nur durch den ganzen Körper sondern auch durch unser Leben. Da wir bald eine kleine bauliche Veränderung bei uns in der Wohnung angehen wollen, gilt es natürlich auch Ballast Stoffe lost zu werden. Ich spreche von materiellem. Krims Krams den man sammelt und hortet und in Schränke steckt um ihn nicht wegschmeißen zu müssen. 
Eigentlich braucht man das Zeug nicht mehr aber doch hat man Hemmungen Sie los zu werden. Wofür brauch ich 10 Garnituren Bettwäsche? Im Sammelsurium fand ich Bücher die ich wohl nie mehr lesen werde und an die Bibliothek spenden werde. Ich fand einen Sack Katzenstreu zwischen Wanderschuhen bei denen 
die Schnürsenkel fehlten und die Lasche abgerissen war. Mist eben, Müll... 

Was ich also tat..
Ballaststoffe abwerfen, während ich die gegessenen verwertete.. 

Räumt euer Leben auf, um euch herum kann es schöner werden und in euch auch


Mittwoch, 1. März 2017

In Deutschland gilt: Mehr OPEL, weniger Pflege!

Hektisches Treiben und ein harter Ton sind längst trauriger Alltag im Krankenhaus geworden. Man ist frustriert. Frustriert darüber dass 3 Jahre lang geackert, gelernt und außergewöhnliches geleistet wurde. Etwas dass man nun nicht ausüben kann.

Eine Pflegeausbildung bedeutet weder Rechnungswesen noch Mathematik - dafür Anatomie und Physiologie, oder auch Krankheitslehre. Unentwegte Beschäftigung mit der Physis und der Psyche des Menschen. Es wird dir beigebracht was Professionalität bedeutet - wie eine Pflegekraft auf andere wirken kann/soll. 3 Ausbildungsjahre lang feilt man an der eigenen Organisation um Pflegeabläufe menschengerecht zu planen oder um bei Veränderungen adäquat flexibel und gar kreativ reagieren zu können.



Ich lernte was Validation bedeutet - um dementen Menschen auf Ihrer Ebene im Leben zu begegnen und deren Sorgen zu lindern oder positiv zu lenken. Seminare für Sterbebegleitung, Wickel und Auflagen und gar für Rehabilitationsmaßnahmen. Die Selbsterfahrung und den eigenen Erlebnissen mit den Themen stand dabei im Vordergrund und die einzelnen Tage wurden mit viel Emotion und Abwechslung gestaltet.

Die gesamte Lehrzeit schwebt man nun auf dieser Ausbildungswolke und wird auf die wunderschöne, wichtige Pflege vorbereitet. Dazu gehören auch spezielle Dinge wie Assistenz bei Punktionen und anderen Untersuchungen oder die einzelnen Medikamentengaben in allen Darreichungsformen. Kardiopulmonale oder chirurgische Notfälle - spannende fast fernsehreife Geschichten von Notfallmedizinern und Chirurgen lassen die Augen der Azubis strahlen.
Danach sieht man hinweg über Lernaufgaben und das Führen der Praxismappe - schließlich ist nicht alles Gold was glänzt und Schule bleibt Schule.
Neben Betriebsausflügen und Gruppenarbeiten muss man liefern. Schriftliche und praktische Prüfungen müssen abgelegt werden - möglichst gut. Da komme ich ins Spiel.

Nicht alles goldet und glänzt.


Da ich in der Praktischen Ausbildung tätig bin und im Umgang mit den Schülern und auch in der Zusammenarbeit mit den Lehrkräften mein bestes gebe -nun ja - das beste bezeichnet dass was von mir übrig bleibt, wenn ich meinen regulären Dienst bestritten habe indem natürlich die praktische Ausbildung stattfinden soll.

Da kommt er nun der Pflegeschüler mit all seinen schönen Erfahrungen und Erlebnissen - im Kopf schwirren bunt bemalte Flipcharts und großflächig bebilderte Collagen über sterile Verbandswechsel oder auch rektales messen von Körpertemperatur.

Um 6:15 Uhr ist die Welt auf Station nicht bunt, sie ist nicht aus Papier (außer die Dokumentationsseitenflut) sondern real.

Auf den Fluren hört man Atem, Husten, vielleicht auch ein Wimmern. Die Menschen die viele km weit von A nach B transportiert werden um simples Antiobiotika oder auch Infusionslösung zu erhalten, sie verstehen die Welt nicht mehr und schauen hilflos drein als ein Azubi sich auf den Weg macht dessen Vitalparameter zu ermitteln. Der Haupteinweisungsgrund wie wir immer Scherzhaft sagen sind Allgemeinzustandsverschlechterung, Harnwegsinfekt, Exsikkose - die Krankenhaus-Trias.



Dabei trifft man nicht selten auf über 85 jährige multimorbide Patienten deren Leid durch den Eingang in die Klinik und den Umgebungswechsel gerade enorm zunimmt.
Es scheint sich also um akute dringende medizinische Versorgung zu handeln womit ein massiver Pflegeaufwand einhergeht. Diesem älteren Geschöpf nun häufig mit Patientenverfügung gilt es nun alle erdenklich messbaren Werte aus dem Leib zu pressen.
Der Pflegefall, wie man salopp zu sagen pflegt hat Abläufe um sich die er nicht kennt, ein fremdes Zimmer und diese Weißkittel die Ihm ebenso unbekannt sind. Die Ihn stechen, drehen, waschen, mit Ihm sprechen und die Türe schließen.
Ein respektvoller Umgang in der kurzen Zeit an dem wir direkt an den Menschen sein können ist unabdinglich. Rahmenbedingungen denen wir - die Pflege und auch die Ärzte ausgesetzt sind - streichen uns täglich mehr Zeit. Die kostbare Zeit, in der ein Azubi nun anfängt zu begreifen was er gelernt hat. Nämlich Standards und Sollpläne, Wunschträume oder auch Kinästethische Märchen. Er hat gelernt wie wir uns alle die Pflege vorstellen, wie Sie doch sein müsste, doch Sie ist zerbrochen.


Pflegekräfte mit nur 2 Händen!



Ein Krankenpflegeazubi sieht gehetzte Pflegekräfte, die 2 Hände besitzen, versuchen zu erklären, versuchen zu pflegen, versuchen zu rechtfertigen was aus Ihnen geworden war - was aus Ihnen gemacht wurde. Gezwungen gegen Ihre Natur Gespräche die gebraucht werden zu kürzen um dem unorganisierten Chaos das Ärzte und Funktionsabteilungen blauäugig schaffen, gerecht zu werden. Es prallt die eine Wirklichkeit auf teilweise 17 jährige Junge Menschen, die gerade blumige Waschzusätze kennengelernt haben und über Aromaöle und Wischrichtungen bei der Körperpflege aufgeklärt wurden.



Es macht mich so traurig diese enttäuschten Gesichter zu sehen, die wie ich ein Opfer dieser horrenden Zustände geworden sind. Das Wort "Gesundheitspolitik" - geschwollen ohne Ende.
Die Patienten - auch Mitglieder unserer Gesellschaft - werden abgefertigt so wie Kontaktlinsen auf dem Band. Pflege wird auf das Notwendigste beschränkt. Es muss reichen die Schützlinge in sauberen Betten zu wissen und dafür gesorgt zu haben, sie mit einem befeuchteten Mund zurückgelassen zu haben (in den wir gerade alle Medikamente mit Brei und Tee zur Resorption befördert haben). Irgendwann ist schließlich der Dienst zu Ende und man sollte mit der Arbeit fertig sein...  -sollte..



Es ist die Wahrheit und ich kann an dieser nur wenig ändern. Viele Mitarbeiter die in der Verwaltungsebene arbeiten und diese Probleme nicht mitbekommen gehen tagtäglich mit Stiefel und Bleistiftrock durch die Flure. Groteske Vorstellungen vom Zwiespalt der in einem - dem gemeinsamen, selben Betrieb herrschen.

Was ich ändern kann ist mein Umgangston. Stress und Angst sorgen oft für schroffe oder gar ärgerliche Kommentare oder Äußerungen. Ich fass mir an die eigene Nase und lasse die Launen nicht mit mir durchgehen. Wenn ich Zeit habe, dem Gegenüber (wer es auch ist) 3 Worte zu sagen, dann müssen diese freundlich sein. Ich stelle dauernd fest dass es wirkt. Dankbarkeit von Patienten und Angehörigen kam mir schon oft entgegen. Natürlich sind viele geplagt von Angst, Verzweiflung und einem schlechten Gewissen. Dann will ich der Prellbock sein. Denn ich bin nun mal da, aber ich bin nicht der Verursacher der Probleme.

Ich weiß nicht ob es dem Schüler hilft wenn ich mich entschuldigend für Katastrophendienste und nicht erfüllte Anleitungen ausspreche, wahrscheinlich besänftigt es eher meine Seele. Ich war aber freundlich und hoffe so ein gutes miteinander zu schaffen.

Ich bewundere diese jungen Leute die sich trotz der Praxiseinsätze weiter für die Ausbildung zur Gesundheits-und Krankenpflegekraft entscheiden. Ein unendlich wichtiger Beruf den ich nach wie vor liebe und ihn meistere und bleibe - dass sagte ich bereits.
Dennoch muss ich sagen dass ich in meinem nächsten Leben wohl etwas anderes machen würde. Vielleicht würde ich dahin gehen, wo diese Unorganisation hervorkriecht und Sie ausrotten um die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern.



Nun sind wieder 8 Tage Pflegemartyrium vorbei gegangen und ich sah meine leidenden Kollegen die allmählich von psychischer Belastung und seelischer Zerrissenheit Angst vor Ihrem Arbeitstag haben. Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme und auch der berühmte Rücken nehmen zu.
Der schöne Pflegeberuf voll von Lagerungskissen und einem enormen Wissensstand - niedergetrampelt vom Kapitalistischen Getue der Firmenköpfe. Wo Schwangere ausgenutzt anstatt geschützt werden; Wo Patienten gesammelt, gestapelt und zu Akten gekürt werden. Indem Punkte sammeln für die Krankenkassen ein Machtspiel für Pflegestellen geworden sind. Wo Pflegekräfte ohne Feuer lichterloh brennen.

Ich genieße nun meine freie Woche, die ich mir durch freiwillige Teilzeitbeschäftigung verschafft habe. Ich widme mich meinem Ventil. Meine Familie, mein Hund, mein Sport. Ich tanke Energie in meinem neuen Trainingsplan, den ich mir selbst verpasst habe und von dem ich wahrscheinlich Abweiche und Ihn meiner Form und meinem Gemüt anpasse. So fahre ich gut und kann in 5 Wochen meinen nächsten Wettkampf laufen. Die Anmeldung folgt wie immer kurz vorher, spontan - nachdem ich in mich hinein gehört habe und Kopf und Fuß bereit sind.





Montag, 20. Februar 2017

Carbo und Loading und Happiness


Nachdem ich die letzten Wochen beim Carboloading mit Sebi sowas von mitgefiebert habe, muss dies natürlich irgendwie wieder abtrainiert werden. Dafür gab' es in der letzten Zeit vermehrt Suppen und Proteinreiche Aufstriche; Etwas Low Carb schadet nie - wenn man vernünftig auf Fett- und Eiweißzufuhr achtet. Ich bin eher ein Verfechter der Alles-Esser-Fraktion (Nährstoffbezogen, Fleisch geht mich nichts mehr an ;) ) und finde nicht dass es zielführend ist gänzlich auf Makronährstoffe zu verzichten. Klar ist was dran an Weizenwampe und Weißmehlverteufelung, Vollkornprodukte sind bei der Wahl der Nudeln, Reis, Brot  und anderen Getreideprodukten immer die bessere Alternative.. Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll gänzlich darauf zu verzichten, sicher ist es im Rahmen einer Ernährungsumstellung zunächst hilfreich aber trotzdem sollte man später wieder ein paar Carb's in die Ernährung einbauen.

Vorallem im Ausdauersport würde ich sogar die Nudel bei so mancher Pasta-Party Heilig sprechen :)


Zur Weizen- oder Mehlwampe führt es aber wenn man sich unüberlegt Nudeln, Weissbrot und Müsli einverleibt ohne diese wieder zu verbrennen! Es gilt daher BEWEGUNG. Günstig sind alle 72h und minimum 30-60 Minuten dauernde körperliche Betätigung (gerne schweißtreibend) sodass der Stoffwechsel etwas zu tun hat und nicht einschläft.

Ohne Schweiß kein Preis!


Mein Tagelanger möchtegern Ultraläufer Ernährungsstil musste nun natürlich mal wieder meiner Nicht-Ultrakarriere angepasst werden. Meine Glycogenspeicher wanderten dahin wo auch sonst keine Hingehören.
Meine Rezepte und Bilder zu den einzelnen Leckereien der letzten Wochen findet Ihr hier.






Kichererbsen-Curry-Aufstrich


Damit reichte es dann auch erst mal und ich führte wieder Reis, Nudeln, Kartoffel und Co. ein, zwar in gedrosselter Form (mal abgewogen ;) ) aber ohne geht bei mir einfach nicht. Meine längeren Läufe der letzten Woche müssen ja auch genährt werden. Dabei gab' es dann diese Köstlichkeiten :)




So waren mehrere Tage abgedeckt und natürlich rollen wir hier nicht jeden Tag die Kochtöpfe aus, bei uns gibts auch mal nur Brot und Belag. Wir sind auch nur Menschen und liegen (mal kurz) faul auf der Couch herum ;) Was Ihr bei den obigen Rezepten sehen könnt ist der nicht vorhandene Fleischanteil! Seit neugierig, seit mutig und probiert mal aus. Ein vegetarisches Probeessen hat noch niemand umgebracht. Teilweise kann man selbstverständlich auch kleinere Anteile Fleisch in die einzelnen Gerichte einbauen. Solls ja geben ;)



Vielleicht schmeckt euch dass eine oder andere, somit hätte ich wieder was für mich persönlich erreicht.
Meine Speicher sind nun wieder im normalen Bereich und das war gut so. Letzte Woche musste ja noch ein Geburtstag gefeiert werden - in Nürnberg. Urlaub bedeutet in meinem Kopf automatisch grenzenloses Essen - deshalb nutzte ich diese Gelegenheit und schleifte unsere kleine Familie via Auto dahin. Sonne satt aber eisig kalt liefen wir durch Nürnbergs wunderschöne Altstadt, entlang am Wöhrder See und dem Südstadtpark. Um nur einige Unternehmungen zu nennen. Kulinarisch hielten wir uns an den zwei Abenden in vegan/vegetarischen Restaurants auf die ich nur wärmstens Empfehlen kann ("Chesmu" und "The Tasty Leaf").  Beidermale war unser Hund willkommen, bekam Leckerli und einen Wassernapf. Streicheleinheiten des Besitzers inclusive. Manche wissen nunmal wie man Hundehalter glücklich macht. Sogar ein Pelzverbotschild für Menschen war an der Tür. Das fand ich Klasse.

Gestern habe ich mich dann endlich mal wieder selbst überrascht, die ganze Woche über fühlte ich mich schon fit. Zwar waren die Dienste mal wieder ein Horror schlecht hin aber irgendwie habe ich es wieder weggesteckt und war mir sicher diesen Sonntag könnte ich einen langen Lauf machen. Ich schaute dann online umher und entdeckte den Halbmarathon in Mörfelden-Walldorf, bei dem ich mich dann letzten Mittwoch noch anmeldete und los gings auch schon. Ich war super nervös, quatsch - ich hatte kurz davor als ich den Start/Ziel-Bereich sah sogar echt Angst.. zu lange war es her dass ich einen Wettkampf über die 10er Distanz hinaus gemacht hatte, vor lauter Fuß, vor lauter Enttäuschung. Sebi sagte zu mir, stell dir doch einfach vor dass ist ein ganz normaler Trainingslauf. Irgendwie hat es mich beruhigt und ich stellte mich wie gewohnt schön weit hinten hin um niemandem im Weg zu stehen ( ist angeboren ;)) und lief beim Startschuss (gab' es überhaupt einen?? ich war in Trance) los.. Die erste Hälfte war ich noch recht vorsichtig und machte lieber schön gemütlich meine 6:30er Pace und vll auch manchmal langsamer oder schneller.. Meine Puddingbeine trieben mich auf dem weichen Waldboden zunächst fast in den Wahnsinn aber zusammen mit einer Truppe Menschen die eine ähnliche Geschwindigkeit hatten wie ich trabte ich voran. Jetzt war ich schließlich extra dahin gefahren und scheitern war jetzt keine Option mehr.. Die erste Hälfte dann in 01:07 hatte ich herumgebracht und ich fühlte mich sooooo gut, kein ekliges Stechen in den Füßen, keine müden Beine, alles war so gut irgendwie, also dachte ich SCHNELLER.. und es ging so leicht, ich war im Flow, vertieft mit meiner Musik (die brauch' ich bei Läufen die nicht dicht besiedelt sind) wurde kein km mehr über 6:00 min./km gelaufen und ich war zwar angstrengt aber ich fühlte mich super dabei. Ich lief dann dem Ziel entgegen und war richtig froh, wenn ich ehrlich bin hätte ich länger gemusst, dass wäre auch drin gewesen. Ich bin froh dass ich es gewagt habe und nun neuen Mut geschöpft habe. Mein Hund der sich mittlerweile auf mehreren Laufveranstaltungen bewährt hatte, freute sich mich zusehen und begrüßte mich, und als mein Sebi dann auch noch sagte, meine Pacesteigerung sei vorbildlich gewesen, da ging mir das Herz auf. Ich wartete 1 Tag auf mein Zielfoto, aber leider ist keins erschienen, also zeig ich euch eins vor dem Lauf :) und während.




magic Sunday - Sunday is Runday 

Traut euch! Ich würde am liebsten meine Gefühle zerteilen, dass jeder was abbekommt, denn es ist so unbeschreiblich. Zieleinläufe sind magisch. Dann gab's Kuchen ;)

Eine schöne Woche wünsche ich euch 

Sonntag, 5. Februar 2017

Bequem-Sportler

Sport nach Gefühl


Nachdem ich noch immer total geflasht bin vom vorletzten Samstag an dem so viele Talente eine mega Kraft an den Tag gelegt haben und Ihr Ziel beim Rodgau 50km Ultramarathon erreicht haben, muss ich mich da nächstes Jahr auch anmelden. Mal sehen was rauskommt ;) Nachdem ich die letzten beiden Jahre immer wieder von hässlichen Sehnenentzündungen heimgesucht wurde, hoffe ich dieses Jahr auf Besserung und schmiede heimlich in meinem Kopf Pläne für dieses Laufjahr. Anmelden werde ich mich vorerst nicht. Die Läufe bei denen ich teilnehmen will sind nicht so populär dass ich Angst vor Ausverkauf der Startnummern haben muss. Sogar beim Frankfurt Marathon sind immer Nachmeldungen möglich, zwar für einen deutlichen Aufpreis aber bevor ich wieder von meinen vergangenen Traumata heimgesucht werde, lass ichs.. Mir geht es nicht unbedingt ums Geld. Die Anmeldungen für den Loch Ness oder auch den Luxemburg Marathon waren damals schon monatelang vorher getätigt und am Ende steh ich heulend da mit meiner Startnummer und kann nicht.. nicht einmal gehen hätte ich geschafft. Also habe ich mir mal diese Nachmeldungen als Hoffnungsschimmer gesetzt.



Wird schon ist meine devise, nur nicht aufgeben und immer dran bleiben. Heißt ja nicht umsonst "von nichts kommt nichts" und deshalb sportel ich fleißig vor mich hin um Verletzungen zu vermeiden und für weitere Kräftigungen meiner schwachen Bindegewebe zu sorgen.. Klingt gerade so leicht, dabei sind Kraft- und Stabilisationstraining schon irgendwie so ein Hassobjekt in meinem "Läuferleben", so habe ich mich gerade erst mit Mountain-Bike und Schwimmbad so richtig angefreundet. Es gehört zu meinen besonderen Kämpfen zuhause die Sportklamotten anzuziehen und dann aber nicht vor die Haustür zu gehen sondern in unserem Arbeitszimmer die Matte auszubreiten und loszulegen. Musik macht es erheblich leichter und wenn man mal angefangen hat geht's dann auch weiter aber erst mal diese Überwindung diese blöden Übungen durchzuziehen, die aber so wichtig sind.



Ich bin kein besonders großer Freund von Fitness-Studios muss ich zugeben aber ich verstehe den Sinn. Denn genau da liegt der Knackpunkt, man ist nicht alleine und man muss trotz Gerätetraining erst mal vor die Haustür gehen. Vor ein paar Wochen hat mich meine beste Freundin auf einen Test mitnehmen können in Ihr Studio in dass sie regelmäßig geht. Also da kann ich nur pure Bewunderung ausdrücken, dass sich die Menschen da so freiwillig aufmachen.. Ich war natürlich gleich mal Feuer und Flamme für das Laufband, hat es mir nicht sogar eine Animation von Sebi's nächsten Ultra im Thüringer Wald vorgezeigt. Total motiviert lief ich eine Stunde lang durch den Rennsteig und machte meine 10 km durch vorgegebene Pace mal wieder unter eine Stunde klar. Im Training bin ich eher der Wechselpace-Typ und eier so vor mich hin (5:50-7:00) - wie ich gerade lustig bin. Klar würden viele dann sogar von Nicht-Training sprechen aber so mag ich Laufen, so wie ich will.



Klar freu ich mich über gute Zeiten und PB's, hin und wieder kommt das bei mir ja auch mal vor. Trotzdem muss ich zugeben dass ich mir echt schwer tue so einen Plan in dem nicht nur Distanz (die kann ich ohne Probleme einhalten) sondern auch Geschwindigkeit vorgegeben ist durchzuziehen. Sobald ich was MUSS, habe ich irgendwie schlagartig nicht mehr so viel Freude. Nur wenns gerade läuft und ich gut drauf bin (10 km - Lauf in München 54:10 Min.) dann kann ich auch. Aber nur weil ich nicht musste.. denn ich hätte auch 63 Minuten laufen können.. Ich sehe selbst wie gut es ist wenn man Trainingspläne durchzieht und bewundere immer die Leistung anderer - besonders mein Sebi braucht es förmlich - diese Vorgabe, einen klaren Plan. Jeder ist nunmal anders und ich glaub ich bin gerne so. Wäre mir auch egal wie lange mein Marathon dauert, solange ich vor Zielschluss ankomme ;). Der Weg ist das Ziel. Jeder nach seinen Möglichkeiten ist auch so ein Satz von mir ;)

Man könnte also sagen ich bin so ein Bequem-Sportler, aber ich muss sagen, ich übe mich immerhin in Regelmäßigkeit und komme so auf mehrere Stunden pro Woche.


Als ich dann nach meiner Stunde Laufband im Fitness-Studio von meiner Freundin gefragt wurde ob ich noch an die Geräte wollte, war mir Schlagartig klar warum der Großteil dieser Menschen hierherkommt. Denn die meisten hier nutzten das Laufband eher zur Lockerung und zum Gehen zwischen den Krafteinheiten. Ich tat mir schwer, soooo schwer und ich hatte so ein schlechtes Gewissen, wollte meine Freundin mir doch Ihr Ding zeigen und ich bin so gar nicht damit warm geworden. Ich ließ mich dann in 2-4 Geräte einweisen und wurschtelte in Homöopathischen Dosen vor mich hin. NACHDEM ich in der Mädchen-Ecke (wird scheinbar so genannt) eine Matte vom vollgepackten Ständer nahm (scheinbar so ein No-Go im Studio) und Dehnübungen und etwas Yoga machte. Ich musste innerlich schon irgendwie grinsen, denn das machte ich ja nun fast täglich zuhause, wegen der Matte muss ich da wirklich nicht hin. Als ich damit fertig war und ich ausgiebig andere Menschen beim gesehen werden beobachtet habe ging ich zurück zu meiner Freundin die echt schon große Erfolge mit Ihrem Krafttraining erreicht hatte.



Ich war schon auch Stolz auf Sie, dass Sie da was gefunden hat, dass Ihr echt Spaß macht. Wenn man jemand fast 30 Jahre (dieses Jahr !!) kennt ist es immer schön wenn man erkennt wie Sich Freunde positiv verändern und glücklich werden. In einem anderen Post habe ich geschrieben dass sich oft die Spreu vom Weizen trennt, besonders bei Veränderungen im Leben.. Diese eine Person ist zu mir eher wie Pech und Schwefel. Schon immer - und dafür Danke ich Ihr.. Egal was wir machen, wie Dick oder wie Dünn wir beide in unserem Leben auch waren. Welche Partner, Freunde, Meinungen, Einstellungen oder Berufe wir haben und ich bin sicher haben werden - wir bleiben :)

Nicht ganz sicher bin ich ob Sie dies liest aber alle die es tun können derweil mal überlegen ob Sie diesen einen Menschen im Leben haben, den es gilt zu behalten (außer den Partner.. den geb ich bestimmt nicht mehr her <3) Das ist wohl das größte Training im Leben - darin bin ich ganz akribisch.
Vielleicht hat man diesen einen Menschen auch innerhalb der Familie, so muss ich sagen, wenn auch niemand von meiner Familie mit mir läuft, so kann ich doch immer auf sie zählen :) Keine Selbstverständlichkeit, wie ich heute weiß.

ich kuriere nun meinen kleinen Muskelkater aus und hoffe er wird sich morgen im Massagestudio verziehen.
Eine schöne Woche euch